in denen ein
Internetanschluss grundsätzlich vorhanden ist, die verfügbare
Bandbreite oder Verbindungsstabilität jedoch nicht ausreicht, um
heute gängige digitale Anwendungen wie Videokonferenzen und
Streaming-Angebote zuverlässig nutzen zu können. Im
Ennepe-Ruhr-Kreis gelten aktuell insgesamt 4.786 Adressen als
hellgraue Flecken. Die dort wohnenden Bürgerinnen und Bürger können
absehbar aber auf Glasfaser-anschlüsse und damit sehr schnelle
Datenleitungen zurückgreifen. Hintergrund:
Unter Federführung der Kreisverwaltung waren Mittel aus dem
Förderprogramm „Hellgraue Flecken" von Bund und Land
Nordrhein-Westfalen beantragt worden. Verwendet werden können diese
Gelder für Gebiete, in denen ein wirtschaftlicher Ausbau durch
private Anbieter nicht realisierbar ist und wo daher eine
Unterversorgung mit schnellen Internetverbindungen besteht.
Jetzt
konnte Landrat Jan-Christoph Schaberick im Schwelmer Kreishaus
gemeinsam mit den Bürger-meisterinnen und Bürgermeistern einen
Förderbescheid in Höhe von 24,11 Millionen Euro für die
Ko-Finanzierung durch das Land Nordrhein-Westfalen von
Regierungspräsident Heinrich Böckelühr entgegennehmen. Zusammen
mit der Bewilligung des Bundes beträgt die Gesamtfördersumme 49,99
Millionen Euro. „Diese Bescheide aus Berlin und Düsseldorf sind
für uns, sind für die Menschen zwischen Breckerfeld und Hattingen,
Herdecke und Schwelm wirklich erfreulich. Absehbar ist mit ihnen
schließlich ein spürbarer Gewinn an Lebens-, Arbeits- und
Freizeitqualität verbunden. Die Verhält-nisse innerhalb des Kreises
werden noch gleichwertiger werden, digitale Teilhabe wird noch
flächendeckender", hob Landrat Jan-Christoph Schaberick die
Bedeutung der Förderung hervor. Zugleich freute er sich darüber,
dass es dem Kreis und den Städten gemeinsam gelungen sei, das
Antragsverfahren auf den Weg und erfolgreich zum Abschluss zu
bringen. „Unsere Kooperations-vereinbarung zum Ausbau des schnellen
Internets ist eine Erfolgsgeschichte. Ein wirklich gelungenes
Beispiel für interkommunale Zusammenarbeit."
Im
Einzelnen erhalten die Städte folgende Summen: Breckerfeld 4
Millionen Euro, Ennepetal 6,7, Gevelsberg 2,5, Hattingen 10,7,
Herdecke 4,3, Schwelm 4,6, Sprockhövel 1,7, Wetter/Ruhr 4,6 und
Witten 10,2. Weil sie keine Haushaltssicherungskommunen sind, leisten
Breckerfeld, Gevelsberg und Sprockhövel Eigenanteile. Diese belaufen
sich auf 436.000, 277.000 sowie 172.000 Euro.
„Wenn
es um eine zukunftssichere digitale Infrastruktur geht, sind
Glas-faserleitungen längst der Maßstab. Sie liefern die notwendige
Grundlage für wirtschaftliche Entwicklung und Wettbewerbsfähigkeit,
digitale Bildungs- und Verwaltungsangebote sowie moderne
Arbeitsformen. Für viele Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen
im Ennepe-Ruhr-Kreis sind Gigabitraten auf Basis von
Glasfaserleitungen längst möglich – nun werden es noch mehr
werden", freut sich Regierungspräsident Heinrich Böckelühr.
Im
Beisein der Bürgermeisterinnen und Bürgermeister übergab
Regierungspräsident Heinrich Böckelühr den Förderbescheid an
Landrat Jan-Christoph Schaberick. Denis Ebbing (5 v..r) freute sich
als Vertreter der Firma MUENET über die Vertragsunterzeichnung für
den Bau der Glasfaserleitungen.
Praktisch
umgesetzt wird der Bau der Glasfaserleitungen von der MUENET GmbH –
sie konnte eine europaweite Ausschreibung für sich entscheiden. Ihr
Auftrag lautet: Verlegen der Leitungen an die betroffenen 4.786
Adressen. Dies erfolgt für die Haushalte kostenfrei. Die mit
Fördermitteln errichtete Glasfaser-Infrastruktur muss grundsätzlich
allen Telekommu-nikationsanbietern zur Verfügung stehen (Open
Access). Damit haben Bürgerinnen und Bürger eine Wahl zwischen den
Unternehmen, die ihnen an ihrem Anschluss Internetprodukte
anbieten.
Landrat
Jan-Christoph Schaberick und Denis Ebbing unterzeichneten den Vertrag
über den mit den Fördermitteln finanzierten Ausbau des
Glasfasernetzes.
Den Versand erster Informationsschreiben plant die MUENET
GmbH für die Woche ab Montag, 2. März 2026. Alle Angeschriebenen
haben ab dann die Möglichkeit, ihr Interesse an einem
Glasfaseranschluss anzumelden. Wichtig zu wissen: Dank der Förderung
ist der Ausbau garantiert, es muss keine bestimmte Anzahl von
Haushalten teilnehmen. Und: Haushalte, die sich für einen Anschluss
entscheiden, sind nicht gezwungen, anschließend direkt einen Vertrag
mit einem Internetanbieter abzuschließen. Ebenso gilt aber auch: Wer
die Frist für die Rückmeldung verstreichen lässt und sich erst
später für eine Glasfaserleitung für seine Adresse entscheidet,
wird dies selbst organisieren und bezahlen müssen.
Stichwort „Hellgraue Flecken" im Ennepe-Ruhr-Kreis
Die
insgesamt 4.786 Adressen – nicht Haushalte –, die im
Ennepe-Ruhr-Kreis als hellgraue Flecken bewertet werden, verteilen
sich wie folgt auf die neun Städte: Breckerfeld 418, Ennepetal 643,
Gevelsberg 265, Hattingen 1.025, Herdecke 409, Schwelm 444,
Sprockhövel 165, Wetter 442 und Witten 975.
Wenn
diese Flecken beseitigt sind, stehen inklusive des
eigenwirt-schaftlichen Glasfaserausbaus diverser anderer
Telekommunikations-unternehmen 99,8 Prozent der Hausanschlüsse im
Ennepe-Ruhr-Kreis mehr als 100 Mbit/s zur Verfügung, mindestens
sechs von zehn Anschlüssen profitieren dann von reinen
Glasfaserleitungen. Ennepe-Ruhr-Kreis



