die
Christinnen und Christen versammeln sich bewusst auch immer wieder an
Orten, wo Menschen leben und arbeiten oder sich für das Wohl der
Stadt einsetzen. In Gevelsberg ist es Tradition, dass solch eine
Gebetsstunde unter anderem auch im Rathaus abgehalten wird.
Dass
diese Veranstal-tung gut angenommen wird, zeigte sich an der Vielzahl
all jener, die sich auf den Weg zum Ratssaal der Stadt Gevelsberg
ge-macht hatten. „Es ist wie ein gut besuchter Gottesdienst“,
freute sich Pastor Adrian Wild von der Freien
evangelischen Gemeinde Gevelsberg (FeG), der gemeinsam mit seinem
Kollegen
von der Evangelischen Kirchengemeinde, Pfarrer Michael Klaus, durch
den Abend führte. Auch Bürgermeister Claus Jacobi nahm daran teil
und wertete die hohe Teilnehmerpräsenz als ein gutes und starkes
Zeichen, das die Bedeutung des Gebetes und „den Glauben der
Menschen zu Gott“ erkennen ließe. Wie
schon in den Jahren zuvor, so ging er auch diesmal wieder in seinem
Grußwort auf die Ent-wicklungen der Stadt ein. Dabei sagte er unter
anderem, dass man auch „hier vor Ort“ immer mehr spüre, dass die
anhaltenden Kon-flikte in der Ukraine und im Nahen Osten sowie die
wirtschaftlichen Unsicherheiten die Menschen be-wegen. „Die
Bürgerinnen und Bürger haben Existenzängste, ihr Vertrauen von
Wohlstand schwin-det und macht alle reizbarer.“ Vor diesem
Hintergrund sei die Kom-munalwahl im vergangenen Sep-tember auch von
ganz besonderer Bedeutung gewesen. „In einer Zeit, in der
demokratische Werte oft hinterfragt werden, haben Sie in Gevelsberg
ein starkes Signal für die lokale Selbstverwaltung und die
demokratische Mitgestaltung gesetzt.“ Um
dabei niemals vom
Wege abzukommen, „bedarf es auch weiterhin Mut und Vertrauen“.
Die Treue Gottes, so sagte Bürgermeister Claus Jacobi abschließend,
die sei den Menschen dabei gewiss; „unsere eigene Treue müssen wir
jedoch täglich neu schaffen.“
„Gott
ist treu“ – so lautete in diesem Jahr das Motto der
Allianzgebetswoche. Es machte deutlich, dass Gottes Treue nicht nur
eine Eigenschaft ist, sondern das unerschütterliche Fundament, auf
dem „unser Glaube“ steht. „Seine Verlässlichkeit gibt uns
Sicherheit und Vertrauen in einer sich ständig verändernden Welt“,
sagte Pfarrer Michael Klaus, bevor er den Bibeltext des Tages, der
geschrieben stand in Römer 12, 1-2, vorlas. Darin stand unter
anderem geschrieben: „Und stellt euch nicht dieser Welt gleich,
sondern ändert euch durch Erneuerung eures Sinnes, auf dass ihr
prüfen könnt, was Gottes Wille ist, nämlich das Gute und
Wohlgefällige und Vollkommene.“ Worte,
die einen auf-forderten, seine Be-ziehung zu Gott und den Menschen
aktiv zu leben und durch eigene Taten ein Zeugnis von der Liebe
Christi abzugeben. Pastor Klaus betonte, dass sich hierfür der
Glaube der Menschen aus der Treue zu Gott ergründen würde. „Unser
Glaube an Jesus Christus“, so fuhr er fort, bedeute eine ständige
Erneuerung, „damit wir einmal so werden, wie Gott sich das für uns
gedacht hat“. Dafür seien keine aufwenden Dinge von Nöten. Es
reiche
allein schon nur ein TiK – Treue im Kleinen, um „in
allen Bereichen, in unserem Denken,
Tun
und
Reden“
einen großen Reform-prozess entstehen
zu lassen.
Es schlossen sich nun die Gebete der Besucher an, mit denen sie
die Stadt, den Rat und die Verwaltung auf gute Pfade bringen wollte,
damit sie in ihrem Handeln zum Wohle der Bürgerschaft gestärkt
sind. Den
Abschluss der Gebetsstunde bildete traditionell das gemeinsame „Vater
unser“ sowie eine von Adrian Wild ausgesprochene Einladung „für
den kommenden Samstag“. Da werde man in den Räumlichkeiten der FeG
den Film „Honecker
und der Pastor" zeigen. Er handelt von Pfarrer Uwe Holmer, der
in den 90er Jahren das Ehepaar Erich und Margot Honecker bei sich
aufgenommen hatte. Dessen Sohn Reinhard Holmer wird zugegen sein und
aus
erster Hand von den damaligen Ereignissen berichten. Außerdem wird
er am Sonntag
um
11:00 Uhr die
Festpredigt beim Abschlussgottesdienst der diesjährigen
Allianzgebetswoche in der Erlöserkirche halten. André Sicks
