sind nicht nur eine „abwassertechnische
Anlage“, sie sind auch ein Biotop für viele Wasservögel und
andere Arten. Um diese reichhaltige Vogelwelt einmal selbst in
Augenschein zu nehmen, luden der Gevelsberger Heimatverein und der
NABU Ennepe-Ruhr-Kreis zu ihrer alljährlich stattfindenden
ornithologischen und heimatkundlichen Wanderung dorthin ein.
An
die 20 interessierten Personen, ausgerüstet mit Fernglas und
Fotoapparat, trafen sich dafür nun am Sonntagvormittag auf dem
Parkplatz an der Berchemallee gegenüber dem Berger See. Eine gut
zweistündige vogelkundliche Exkursion, die bei frostkaltem Wetter
unter der
fachkundigen
Leitung von Axel Gosewisch (Ortsbeauftragter des NABU EN für
Gevels-berg und Fachstellenleiter Naturkunde und Naturschutz des
Gevelsberger Heimatvereins), Ralf Steiner (Kleinvogel AG des NABU EN)
und Andreas Belz (Vorsitzender vom Gevelsberger Heimatverein) für
alle zu einem besonderen Naturerlebnis wurde.
Die
Schönungsteiche sind durch ihre Gestaltung kaum mehr als Bestandteil
einer abwassertechnischen Anlage zu erkennen, sondern werden meist
nur als Gewässer mit einer Vielzahl verschiedener Wasservögel
wahrgenommen.
Während
der Wanderung vernahm man immer wieder die Rufe und das Singen der
verschiedenen Vogelarten. Manchmal hörte sich dieses Gezwitscher
jedoch ein wenig „eingerostet“ an. Was in erster Linie daran lag,
dass „die Vögel im Frühjahr ihre Stimmen wieder trainieren
müssen“, erklärte Ralf Steiner. Dass sich zu dieser kalten
Jahreszeit überhaupt eine solche Vielfalt an Vogelarten bestaunen
ließe, sei der Tatsache geschuldet, dass die Schönungsteiche „nicht
zufrieren und wärmer als andere Gewäs-ser in der Umgebung sind“,
so Steiner.
Die
Natur, sie bescherte den Teilnehmerinnen und Teilnehmern manch
unvergessliche Momente. Einige Graureiher bereiteten schon ihre
Nester vor, viele verschiedene Entenarten wie zum Beispiel die
Stock-, Krick- oder Schnatterente, Wasserhühner, Kormorane und
Schwäne tummelten sich auf den Teichflächen.
Mit dem Fernglas ließen sich des Weiteren aber auch noch der Bunt-
und Grünspecht sowie das Wintergoldhähnchen, das zu den kleinsten
Vogelarten Europas gehört, einfangen.
Während
die Teilnehmenden auf den Schönungsteichen die Vielzahl an
Entenvögeln – z.B. Schnatterenten – beobachteten, konnten sie
über weite Strecken schon das Trommeln eines Buntspechts vernehmen.
Bei
so viel Ornithologie durfte das Heimatkundliche natürlich nicht
außen vor bleiben. Entlang der Route erläuterte Andreas Belz den
Exkursions-teilnehmern Wissenswertes über die Veränderung der
Landschaft. „In dem heute wertvollen Grün- und Erholungsbereich
ist zu beachten, dass die gesamte Landschaft durch menschliche
Aktivitäten umgestaltet wurde. Angefangen von Gut Rocholz seit dem
Mittelalter über die beiden Bahnstrecken aus den 1870er Jahren bis
hin zu den modernen Straßen und Gewässern. Entlang des Weges lassen
sich an vielen Stellen historische Spuren und frühere Lebensräume
erkennen.“ Er verwies auf den vom Gevelsberger Heimatverein
eingerichteten Industriewanderweg entlang der Ennepe, der Zeugnis
„über die Industriegeschichte unserer Stadt“ gäbe. Die
Entwicklung der Industrie und die schwierigen persönlichen
Arbeitsbedin-gungen könnten hier nachvollzogen werden. Er erläuterte,
dass man sich während des Spaziergangs anhand von 14 bebilderten
Informationstafeln in eine Arbeitswelt aus längst vergangenen Zeiten
hineinversetzt würde. Und das sei dem Heimatverein immens wichtig.
Man wolle, so sagte Andreas Belz abschließend, „diese Kultur
lebendig vermitteln, um damit den jungen Generationen ein Stück
unserer gemeinsamen Vergangenheit weiterzu-geben". André Sicks



