Freitag, 16. Januar 2026

Ein Koffer voller Literatur für die KiTa-Bücherei

Lesen ist die zentrale Voraussetzung für Bildung,
beruflichen Erfolg, Integration und eine zukunftsfähige gesellschaftliche Entwicklung. Kinder lieben es, vorgelesen zu bekommen. Geschichten regen nicht nur die Fantasie an, sie machen die Welt verständlicher und vermitteln ein Gefühl für Sprache und Satzbau. Der erste und zentrale Vorleseort in der Kindheit sollte in der Regel die Familie sein. Studien belegen jedoch, dass ein Drittel der Eltern ihren Kindern nichts oder nur selten und damit zu wenig vorlesen. Von daher sind andere Orte außerhalb des Elternhauses, wie zum Beispiel die KiTa, von elementarer Wichtigkeit, um die Kleinen regelmäßig mit Geschichten, Vorlesen und Lesen in Berührung kommen zu lassen. 

Dieser Meinung ist man auch in der Gevelsberger Kindertageseinrichtung „Zauberstern“. Seit gut einem Jahr verfügt die Einrichtung der Evange-lischen Stiftung Volmarstein über kleine Bücherei. Dort haben die Mädchen und Jungen die Möglichkeit, in spielerischer Form Sprache zu erlernen, kreativ zu sein und neue Themen zu entdecken. Für jede Altersklasse findet sich der passende Lesestoff. Ein Teil der Literatur ist sogar mehrsprachig, da die 40 Kinder aus 13 verschiedenen Nationen kommen. Die Themen in den Büchern, die in Kinderhöhe in Regalen stehen, sind enorm vielfältig: Sie reichen von Toilettentraining über Inklusion, Tod und Trauer, Diversität, bis zu Weltraum und Dinosaurier. Wenn die Kinder darin stöbern oder daraus vorlesen, wird die Bücherei zum Begegnungsort mit spannenden Themen und Figuren.
 
Ein Musterbeispiel für gelungene frühkind-liche Bildung, das nun von der Stiftung Lesen mit einer Lesebox im Werte von 200,- Euro ausgezeichnet wurde. „Wir freuen uns sehr darüber“, so Leiterin Sabrina Hinz-Ziganow. Insbesondere auch, da man bei der Anschaffung neuer Bücher oder Mate-rialien oftmals auf Spenden angewiesen ist. Sie erzählt, dass die Idee einer solchen Bücherei von Anna Ahlers entwickelt wurde. Es sei ihr Abschluss-Projekt während der Ausbildung gewesen. Dazu erarbeitete die Erzieherin unter anderem auch ein Konzept, um Kindern den pfleglichen Umgang mit Büchern zu vermitteln – zum Beispiel die Seiten umzublättern, ohne diese zu knicken oder zu beschädigen. Auch Anna Ahlers ist glücklich darüber, mit diesem Projekt viel-leicht einen kleinen Grundstein für die Zukunft der Kinder gelegt zu haben und sagt abschließend, dass es immer wieder große Freude macht zu sehen, „wie sich unsere Kinder mit Literatur beschäftigen“.         André Sicks