Freitag, 23. Januar 2026

Eine Lesung, bei der Spannung in der Luft lag

Völlig verzweifelt bittet Kwiatkowskis
gute Freundin Marie den Privatdetektiv um Unterstützung. Seit Kurzem schafft sie es mit ihrem Pferd kaum noch über ein Hindernis – obwohl sie normalerweise einen Turnierpokal nach dem anderen absahnt! Für den kleinen Privatdetektiv ist die Sache klar: Da geht es nicht mit rechten Dingen zu. Doch von Pferden hat er nun wirklich keine Ahnung. Ob es ihm trotzdem gelingt, seiner Freundin zu helfen?
 
Dieser Frage gingen 18 lesefreudige Mädchen und Jungen in der Stadt-bücherei Gevelsberg auf den Grund. Gemeinsam mit dem bekannten Kinder-buchautor und „Kwiatkowski-Erfinder“ Jürgen Banscherus machten sich daran, den „Fluch der sieben Hindernisse“ zu lösen. Auf ihrem Weg dahin verstand es der 76jährige meisterhaft, sich in die Situation seiner Buchhelden hineinzu-versetzen. Dadurch entstand eine span-nende Geschichte, die fesselte. Kein Wunder, dass es während der Lesung mucksmäuschenstill war und man die in der Luft liegende Spannung förmlich spüren konnte. Nach gut einer Stunde war klar: Bei Kwiatkowski bleibt kein Fall ungelöst. 

Den Anstoß Kwiatkowski zu schreiben, erhielt Jürgen Banscherus im übrigen von seiner Tochter Katharina. Als Kind sei sie darüber enttäuscht gewesen, dass man bei anderen Detektivbüchern wie zum Beispiel TKKG schon sehr früh wusste, wer der Täter bzw. die Täterin ist, erzählte er. Um dem entgegenzutreten und zu zeigen, dass ein Kinderkrimi auch bis zum Ende spannend sein kann, setzte sich der in Witten lebende Autor direkt an seinen Schreibtisch und erfand den kleinen pfiffigen Detektiv, der ohne sein Carpenters Chewing Gum zwischen den Zähnen nicht richtig denken kann. 
1995 wurde unter dem Titel „Die Kaugummiver-schwörung“ der erste Band der Reihe veröffentlicht, die mit „Der Fluch der sieben Hindernisse“ inzwi-schen stolze 33 Teile beinhaltet und in 21 Sprachen übersetzt wurde. Auf die Frage, was den kleinen Detektiv so besonders mache, da hatte der Schirm-herr von „Mentor – Die Leselernhelfer Gevelsberg e.V.“ keine genaue Antwort drauf. „Ich denke aber, dass es sich in den Kwiatkowski-Büchern um Fälle handelt, die jedes Kind lösen könnte. Deshalb identifizieren sich viele Leserinnen und Leser in aller Welt mit dem kleinen Detektiv.“ 
Was mitunter auch auf die kleinen Detektive in der Stadtbücherei zu traf, wie Büchereileiterin Stephanie Kron anmerkte. Sie freute sich über eine erfolg-reiche Veranstaltung und sagte: „Es ist großartig die Begeisterung der Nachwuchsleser für die Kwiatkowski-Geschichten zu erleben und die vielen neugierigen Fragen und das Miträtseln bei der Auflösung des Falles zeigen wie wichtig eine direkte Begegnung mit einem Schriftsteller für Kinder sein kann. Leseförderung braucht auch immer Literaturbegegnung und direkten Kontakt mit Autoren.“ 
Jürgen Banscherus verriet abschließend noch, dass er bereits schon an einem weiteren Kwiatkowski- Abenteuer arbeitet, das im Juni diesen Jahres unter dem Titel „Der geheimnisvolle Zettel" publiziert werde und in großen Teilen auf einem Friedhof spiele. „Man darf also schon jetzt gespannt sein!“                                                                                                        André Sicks