gute Freundin Marie den
Privatdetektiv um Unterstützung. Seit Kurzem schafft sie es mit
ihrem Pferd kaum noch über ein Hindernis
–
obwohl sie normalerweise einen Turnierpokal nach dem anderen absahnt!
Für den kleinen Privatdetektiv ist die Sache klar: Da geht es nicht
mit rechten Dingen zu. Doch von Pferden hat er nun wirklich keine
Ahnung. Ob es ihm trotzdem gelingt, seiner Freundin zu helfen?
Dieser
Frage gingen 18
lesefreudige
Mädchen und Jungen in der Stadt-bücherei Gevelsberg auf den Grund.
Gemeinsam mit dem bekannten Kinder-buchautor und
„Kwiatkowski-Erfinder“ Jürgen Banscherus machten sich daran, den
„Fluch der sieben Hindernisse“ zu lösen. Auf ihrem Weg dahin
verstand es der 76jährige meisterhaft, sich in die Situation seiner
Buchhelden hineinzu-versetzen. Dadurch entstand eine span-nende
Geschichte, die fesselte. Kein Wunder, dass es während der Lesung
mucksmäuschenstill war und man die in der Luft liegende Spannung
förmlich spüren konnte. Nach gut einer Stunde war klar: Bei
Kwiatkowski bleibt kein Fall ungelöst.
Den
Anstoß Kwiatkowski zu schreiben, erhielt Jürgen Banscherus im
übrigen von seiner Tochter Katharina. Als Kind sei sie darüber
enttäuscht gewesen, dass man bei anderen Detektivbüchern wie zum
Beispiel TKKG schon sehr früh wusste, wer der Täter bzw. die
Täterin ist, erzählte er. Um dem entgegenzutreten und zu zeigen,
dass ein Kinderkrimi auch bis zum Ende spannend sein kann, setzte
sich der in Witten lebende Autor direkt an seinen Schreibtisch und
erfand den kleinen pfiffigen Detektiv, der ohne sein Carpenters
Chewing Gum zwischen den Zähnen nicht richtig denken kann. 1995
wurde unter dem Titel „Die Kaugummiver-schwörung“ der erste Band
der Reihe veröffentlicht, die mit „Der Fluch der sieben
Hindernisse“ inzwi-schen stolze 33 Teile beinhaltet und in 21
Sprachen übersetzt wurde. Auf die Frage, was den kleinen Detektiv so
besonders mache, da hatte der Schirm-herr von „Mentor – Die
Leselernhelfer Gevelsberg e.V.“ keine genaue Antwort drauf. „Ich
denke aber, dass es sich in den Kwiatkowski-Büchern um Fälle
handelt, die jedes Kind lösen könnte. Deshalb identifizieren sich
viele Leserinnen und Leser in aller Welt mit dem kleinen Detektiv.“ Was
mitunter auch auf die kleinen Detektive in der Stadtbücherei zu
traf, wie Büchereileiterin Stephanie Kron anmerkte. Sie freute sich
über eine erfolg-reiche Veranstaltung und sagte: „Es ist großartig
die Begeisterung der Nachwuchsleser für die Kwiatkowski-Geschichten
zu erleben und die vielen neugierigen Fragen und das Miträtseln bei
der Auflösung des Falles zeigen wie wichtig eine direkte Begegnung
mit einem Schriftsteller für Kinder sein kann. Leseförderung
braucht auch immer Literaturbegegnung und direkten Kontakt mit
Autoren.“
Jürgen
Banscherus verriet abschließend noch, dass er bereits schon an einem
weiteren Kwiatkowski- Abenteuer arbeitet, das im Juni diesen Jahres
unter dem Titel „Der geheimnisvolle Zettel" publiziert werde
und in großen Teilen auf einem Friedhof spiele. „Man darf also
schon jetzt gespannt sein!“ André Sicks

