Dienstag, 27. Januar 2026

Es wurde Pink im Gevelsberger Rathaus

Erhält man die Diagnose Brustkrebs,
so ist dies zunächst einmal ein Schock. Es verändert sowohl die eigentlich erkrankte Person, als auch deren soziales Umfeld. Eine Krankheit, die mit zunehmendem Alter steigt und die wohl häufigste Krebserkrankung bei Frauen im Alter von 35 – 55 Jahren ist. „Viele Betroffene fühlen sich unsicher, überfordert oder verängstigt“, beschrieb es Christina Bohn-Queren. Die Inhaberin der „Lingotage Bohn“, dem Fachgeschäft für Dessous, Strumpf- und Wäschemoden mitten im Herzen von Gevelsberg, wusste wovon sie sprach, da „ich fast täglich in meinem Geschäft mit dem Thema konfrontiert werde“. Worte, die verständlich machten, warum ihr gerade dieses Thema so sehr am Herzen liegt und sie sich dafür in ihrer Freizeit auch ehrenamtlich engagiert. 
Christina Bohn-Que-ren erzählte, dass sie im September letzten Jahres „bei frisch-herbstlichem Wetter“ erstmalig einen Brust-krebslauf an den Start brachte, bei dem 150 Läuferinnen und Läu-fer eine Strecke von 11 km inmitten schönster Natur absolvierten. Für dieses Event konnte sie auch zahlreiche Unterstützer und Unterstützerinnen mobilisieren, die den Lauf mit Sachleistungen, finanziellen Mitteln und tatkräftiger Hilfe zu einem rundum tollen Erlebnis machten. „Im Vordergrund stand das gemeinsame Erlebnis, die Freude an der Bewegung – und natürlich der gute Zweck“, sagte sie und fügte stolz hinzu, dass am Ende ganze 3.109,18 Euro zusammenge-kommen wären, die dem gemeinnütziger Verein „Brustkrebs Deutschland e.V.“ zugute kamen. Aufgrund der Tatsache, dass das Feedback rund um den Brustkrebslauf großartig war, ließ bei der Geschäftsfrau die Idee aufkeimen, erstmalig einen Brustkrebs-Informationstag ins Leben zu rufen. 

Gesagt, getan – die Signalfarbe Pink, welche international für den Kampf gegen Brustkrebs steht, sie hielt nun erstmalig Einzug im Gevelsberger Rathaus. Und das im wahrsten Sinne des Wortes, da man zahlreiche pinke Schuhe im Außenbereich drapiert hatte, die Patientinnen, Angehörige und alle Interessierten den Weg in Richtung Ratssaal-Foyer wiesen, wo sie sich rund um das Thema Brustkrebs informieren konnte – ganz gleich, ob es um medizinische Aspekte, Alltagsfragen oder den Umgang mit körperlichen Veränderungen ging.
 
Pinke Schuhe und gleichfarbige Luftballons wiesen den Besuchern ihren Weg zum Veranstaltungsort des 1. Gevelsberger Brustkrebs-Informationstag. 

Neben Christina Bohn-Queren und ihrem Geschäft „Lingotage Bohn“ präsentierten sich die „Häusliche Kranken- und Tagespflege Wolf“, Claudia Durst von „CD – Berührung und Bewegung“, das „Perückenstudio Kemper“ aus Schwelm, die „Praxis für Physiotherapie Barbara Bischof“, die Abteilung „Pink Patrol“ vom PSV Ruhr aus Bochum sowie die aus Wuppertaler kommende Selbsthilfegruppe „Breast friends forever“ und das „Schönheits-atelier – Praxis für Pigmentierung und Ästhetik“. An den jeweiligen Infoständen stellten sie vorhandene Aufklärungsprogramme, Kampagnen und Initiativen aus Medizin, Sport, Ernährung, Fortbildung, Social Media, Lifestyle und vielem mehr der Öffentlichkeit vor. 
Des Weiteren konnten die Besucherinnen und Besucher an zwei Vorträgen teilnehmen, die sich mit den The-men „Ernährung bei Brustkrebs“ (Referen-tin: Dr. Brigitte Bäuer-lein) und „Der Weg der Patientin von der Selbsttastung zur The-rapie und Nachsorge“ (Referentin: Dr. Stephanie Bendig) beschäftigten. Abgerundet wurde das Ganze durch eine Modenschau, mit Modellen aus dem Hause „Anita“, die moderne Spezialwäsche sowie funktionale Freizeit- und Bademode präsen-tierte – modisch, tragefreundlich und auf die Bedürfnisse nach einer Operation abgestimmt. Was das leibliche Wohl beim 1. Gevelsberger Brustkrebs-Informationstag betraf, da versorgte die Schwelmer Turnge-meinde „Zur roten Erde" die Anwesenden mit frischen Waffeln, Kaffee und Kuchen.
 
Im Rahmen einer kleinen Modenschau wurde Spezialwäsche sowie funktionale Freizeit- und Bademode vorgeführt, die in ihrer Funktion auf die Bedürfnisse nach einer Operation abgestimmt waren. 

Auch Bürgermeister Claus Jacobi folgte der Spur der pinken Schuhe. In seinem Grußwort dankte er zunächst einmal Christina Bohn-Queren für deren „unermüdliches Engagement im Kampf gegen den Brustkrebs“. Zugleich betonte er, dass es großartig sei zu sehen, auf welch breite Palette an Informationen und Angeboten man stoße, die sensibilisieren und dazu beitragen, dass sich Betroffene „besser in ihrer herausfordernden Situation“ zurecht finden. „Sie alle tragen dazu bei, dass das Krankheitsbild Brustkrebs, was im übrigen auch Männer betreffen kann, hier und heute aus seiner Tabuzone geholt wird und mit einer positiven Energie an die Öffentlichkeit gelangt.“ 
Es war ein Informationstag, der seiner Organisatorin, ihren Netzwerk-partnern und vor allem den Besucherinnen und Besuchern viel Raum für persönliche Gespräche, Austausch und gegenseitige Stärkung – in einer geschützten, vertrauensvollen Atmosphäre – bot und dem Bürgermeister Claus Jacobi noch in Aussicht stellte, dass es 2027 mit Sicherheit zu einer Fortsetzung kommt. „Und dafür stehen Ihnen unsere Räumlichkeit hier im Rathaus dann auch selbstverständlich wieder zur Verfügung.“ Abschließend verwies er schon einmal auf den letzten Samstag im September hin, an dem der Brustkrebslauf dann in eine zweite Runde gehen wird.          André Sicks


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