von deutlich unter 0 Grad hielten 15
Vogelbeobachterinnen und -beobachter am 11. Januar nicht davon ab, an
der diesjährigen Wintervogelzählung vom NABU Ennepe-Ruhr-Kreis e.V.
teilzunehmen. Eine Stunde lang war man zu Gast im Garten der Familie
Hofeditz, um im Rahmen der Aktion „Stunde der Wintervögel“ die
heimischen Piepmätze zu zählen und zu melden. Es sei, so erklärten
die beiden Vogelkenner Axel Gosewisch und Ralf Steiner, die größte
wissenschaftliche Mitmachaktion Deutschlands, bei der man große
Datenmengen sammele, um daraus wichtige Hinweise zur Entwicklung der
heimischen Vogelbestände geben zu können.
Die
öffentliche Zählaktion des NABU EN fand bereits zum 15. Male im
Garten Hofeditz statt und zieht im Laufe der Jahre eine treue
Teilnehmer-schaft nach Gevelsberg. Der große und liebevoll naturnah
gestaltete Garten der Familie, teilweise umgeben von einem
ausgedehnten Mischwald, ist Garant für eine artenreiche Vogelwelt.
Und auch dieses Mal wurden die „Ornis“ nicht enttäuscht. Während
der „Stunde der Wintervögel“ konnten insgesamt 19 verschiedene
Vogelarten mit 39 Individuen beobachtet werden.
Den
ersten Platz teilten sich in diesem Jahr fünf Blaumeisen und fünf
Schwanzmeisen. Die Blaumeise nahm bereits zum zweiten Mal in Folge
den obersten Platz auf dem Siegerpodest ein und konnte sich damit
sogar gegenüber der Kohlmeise durchsetzen, die in den Jahren zuvor
stets gleich häufig aufgetreten war. Platz zwei belegten vier
Eichelhäher, die vom nahegelegenen Wald kommend das Grundstück im
Gevelsberger Stadtteil Berge besuchten und „ziemlich lautstark
kommunizierten“, berichteten Ralf Steiner und Axel Gosewisch. Was
den Bronzeplatz betraf, da verkündeten sie, dass sich diesen die
Rotdrossel mit drei Individuen sichern konnte., „Sie ist fast
alljährlich im Garten Hofeditz als Durchzügler und Wintergast aus
dem hohen Norden vertreten.“
Gemeinsam
mit der Schwanzmeise verteidigte die Blaumeise erneut ihren ersten
Platz bei der Gevelsberger Zählung zur „Stunde der Wintervögel“;
gefolgt vom Eichelhäher,
der mit vier Sichtungen den zweiten Platz belegte.
Trotz
der winterlichen Temperaturen fand sich, für alle überraschend,
zudem auch erstmalig ein schon kräftig balzendes Türkentaubenpaar
ein, und ein kreisender Turmfalke schaute sich die Zählaktion aus
der Höhe an. Das Mitmachen in der Gruppe bereitete allen Beteiligten
große Freude. Von daher war es letztlich auch keine Überraschung,
dass man bei einem kleinen Imbiss und Heißgetränken am Ende der
Veranstaltung zu dem Resümee kam: „Fortsetzung folgt!“
Stichwort Bundesweites Endergebnis
Bundesweit
betrachtet, zeigte sich der Naturschutzbund Deutschland zwar erfreut
darüber, dass in diesem Jahr mehr als 145.000 Menschen an der
Zählaktion teilnahmen, deren Ergebnisse seien allerdings
beunruhigend. Man sprach gar von einem deutlichen Negativtrend, da
mit durchschnittlich 32 gesichteten Vögeln pro Garten ein neuer
Tiefstand erreicht wurde. Im Vergleich: Bei der ersten Zählung im
Jahr 2011 lag der Schnitt noch bei 45,8 Vögeln. Ein Abwärtstrend,
so hieß es vom NABU Deutschland, der sich seit vielen Jahren
beobachten ließe. Damit würden sich bedauerlicher Weise nun auch so
häufige Arten, wie
Amseln,
Meisen,
Finken und Spatzen in den zunehmenden Schwund der Vogelbestände
einreihen. Was das bundesweite Endergebnis betraf, da teilte der NABU
abschließend mit, dass nach wie vor der Haussperling an der Spitze
der am häufigsten gesichteten Vögel stehen würde, gefolgt von
Kohlmeise,
Blaumeise,
Amsel und Feldsperling. André Sicks



