Freitag, 30. Januar 2026

Blau- und Schwanzmeise teilten sich das Siegerpodest

Niedrige Morgentemperaturen
von deutlich unter 0 Grad hielten 15 Vogelbeobachterinnen und -beobachter am 11. Januar nicht davon ab, an der diesjährigen Wintervogelzählung vom NABU Ennepe-Ruhr-Kreis e.V. teilzunehmen. Eine Stunde lang war man zu Gast im Garten der Familie Hofeditz, um im Rahmen der Aktion „Stunde der Wintervögel“ die heimischen Piepmätze zu zählen und zu melden. Es sei, so erklärten die beiden Vogelkenner Axel Gosewisch und Ralf Steiner, die größte wissenschaftliche Mitmachaktion Deutschlands, bei der man große Datenmengen sammele, um daraus wichtige Hinweise zur Entwicklung der heimischen Vogelbestände geben zu können. 
Die öffentliche Zählaktion des NABU EN fand bereits zum 15. Male im Garten Hofeditz statt und zieht im Laufe der Jahre eine treue Teilnehmer-schaft nach Gevelsberg. Der große und liebevoll naturnah gestaltete Garten der Familie, teilweise umgeben von einem ausgedehnten Mischwald, ist Garant für eine artenreiche Vogelwelt. Und auch dieses Mal wurden die „Ornis“ nicht enttäuscht. Während der „Stunde der Wintervögel“ konnten insgesamt 19 verschiedene Vogelarten mit 39 Individuen beobachtet werden. 

Den ersten Platz teilten sich in diesem Jahr fünf Blaumeisen und fünf Schwanzmeisen. Die Blaumeise nahm bereits zum zweiten Mal in Folge den obersten Platz auf dem Siegerpodest ein und konnte sich damit sogar gegenüber der Kohlmeise durchsetzen, die in den Jahren zuvor stets gleich häufig aufgetreten war. Platz zwei belegten vier Eichelhäher, die vom nahegelegenen Wald kommend das Grundstück im Gevelsberger Stadtteil Berge besuchten und „ziemlich lautstark kommunizierten“, berichteten Ralf Steiner und Axel Gosewisch. Was den Bronzeplatz betraf, da verkündeten sie, dass sich diesen die Rotdrossel mit drei Individuen sichern konnte., „Sie ist fast alljährlich im Garten Hofeditz als Durchzügler und Wintergast aus dem hohen Norden vertreten.“
 
Gemeinsam mit der Schwanzmeise verteidigte die Blaumeise erneut ihren ersten Platz bei der Gevelsberger Zählung zur „Stunde der Wintervögel“; gefolgt vom Eichelhäher, der mit vier Sichtungen den zweiten Platz belegte. 

Trotz der winterlichen Temperaturen fand sich, für alle überraschend, zudem auch erstmalig ein schon kräftig balzendes Türkentaubenpaar ein, und ein kreisender Turmfalke schaute sich die Zählaktion aus der Höhe an. Das Mitmachen in der Gruppe bereitete allen Beteiligten große Freude. Von daher war es letztlich auch keine Überraschung, dass man bei einem kleinen Imbiss und Heißgetränken am Ende der Veranstaltung zu dem Resümee kam: „Fortsetzung folgt!“ 

Stichwort Bundesweites Endergebnis 
Bundesweit betrachtet, zeigte sich der Naturschutzbund Deutschland zwar erfreut darüber, dass in diesem Jahr mehr als 145.000 Menschen an der Zählaktion teilnahmen, deren Ergebnisse seien allerdings beunruhigend. Man sprach gar von einem deutlichen Negativtrend, da mit durchschnittlich 32 gesichteten Vögeln pro Garten ein neuer Tiefstand erreicht wurde. Im Vergleich: Bei der ersten Zählung im Jahr 2011 lag der Schnitt noch bei 45,8 Vögeln. Ein Abwärtstrend, so hieß es vom NABU Deutschland, der sich seit vielen Jahren beobachten ließe. Damit würden sich bedauerlicher Weise nun auch so häufige Arten, wie Amseln, Meisen, Finken und Spatzen in den zunehmenden Schwund der Vogelbestände einreihen.
Was das bundesweite Endergebnis betraf, da teilte der NABU abschließend mit, dass nach wie vor der Haussperling an der Spitze der am häufigsten gesichteten Vögel stehen würde, gefolgt von
Kohlmeise, Blaumeise, Amsel und Feldsperling.                          André Sicks