Montag, 22. Januar 2018

Im Hippendorf steiht de Welt niemols still

In dieser Session verzichtete die Ka-Ge Hippendorf erstmalig auf ihren Dämmerball und veranstaltete stattdessen ein „So!Lala-Special“. 
Wie der Name schon verriet, stand dabei ein Auftritt der beliebten Karnevalsband an erster Stelle. Und wer die Jungs von „So!Lala“ kennt – das sind nicht gerade wenige Gevelsberger – der wusste, dass man sich am 13. Januar auf einen stimmungsvollen Abend freuen durfte, bei dem die Schieferplatten an der Außenfassade der Gaststätte „Im Hippendorf“ nur so wackeln würden. Bis es allerdings soweit war, begrüßte die Karnevalsgesellschaft aus dem Dorf zunächst einmal mit stehenden Ovationen das diesjährige Gevelsberger Prinzenpaar der Ka.Ge Grün-Weiß, Prinz Jan I. und Prinzessin Melina I. nebst ihren Begleitern Dunja Olschewski und Alexander Schöler, verlieh einige Sessionsorden (unter anderem auch an den Dorf-Sheriff Jörg „Jogi“ Führing) und servierte den Gästen ein herzhaftes Gericht an guter deutscher Hausmanns-kost sowie jeder Menge jecker Schenkelklopfer.
Auch das Gevelsberger Prinzenpaar, Prinz Jan I. und Prinzessin Melina I. schaute gemeinsam mit ihren Begleitern Dunja Olschewski (rechts) und Alexander Schöler (links), beim "So!Lala-Special" im Hippendorf vorbei.
Ihre Majestät berichtete dem närrischen Volke vom Narrencup, der am Vormittag ausgerichtet wurde und gratulierte der Ka-Ge Hippendorf zu einem tollen dritten Platz den man dabei erreicht hatte. "Ohne Verletzungen und mit sehr viel Spaß wurde die erste These zu unserer vollsten Zufriedenheit erfüllt", sagte der närrische Regent. 
In diesem Jahr ziert das Haus von Meike und Jörg Führing den Sessionsorden der Ka-Ge Hippendorf. Da war es natürlich eine Selbstverständlichkeit, dass man den Umzugsunternehmer entsprechend damit auszeichnete.
  
Zwei Showacts voll guter Laune
Den Anfang dabei machte zunächst einmal der total durchgeknallte „Ackermann“ alias Erich Zielke. Ein echtes Ruhrpott-Original, das sich selbst als „Fachkraft für organisierten Blödsinn“ bezeichnete. Auf unterhaltsame und lustige Weise erzählte er von seinem chaotischen Leben und seiner Ehe mit Ilse. Ihr hatte er vor 30 Jahren geschworen sie zu lieben, bis dass der Tod sie scheidet – „und dat zieht sich!“ Das Eheleben ist oftmals wahrlich kein Zuckerschlecken. Allein schon der Gedanke, dass seine Holde beim Durchstöbern der Reisekataloge, aufgrund von Flugangst ihre Thrombosestrümpfe anziehen würde, lieferte den Beweis dafür. „Da beneide ich doch meinen Lieblingsitaliener Giovanni.“ Ein echter südländischer Womanizer, der die Frauen reihenweise nur so verführt und dies auch jedes Mal öffentlich kundtut. „Erst kürzlich stand auf seiner Speisekarte: Penne mit Gorgonzola.“ Mit dieser Art von Stand-Up Comedy wusste „Ackermann“ das Publikum im Hippendorf zu begeistern. Und ohne eine Zugabe, die er mit musikalischen Parodien prominenter Zeitgenossen (Udo Lindenberg und Elvis) gestaltete, ließ man ihn sowieso nicht ziehen. 
Einen recht turbulenten Schlagabtausch lieferten sich schon kurze Zeit später „Der Bauer und der Wiener“. Nach seiner charmanten Begrüßung (Küss die Hand, meine Damen; habe die Ehre, meine Herren!) im Wiener-Schmäh, gab es für den Ösi (Leopold Braun) etliche Bauernregeln vom rheinischen Landwirt (Michael Gülden) auf die Melone. Bestes Beispiel: „Hast Du Hannen-Alt im Keller, sterben Deine Ratten schneller.“ Solche und ähnliche Schlaumeiereien, die sich immer mal wieder geschickt mit schwarzem Humor paarten, brachten den Mann aus der Alpenrepublik an den Rand der Verzweiflung. Was auch immer er sagte, der Bauer war irgendwie doch schlauer. So konnte er es sich zum Beispiel auch nicht verkneifen, den beliebten Schlagersänger Hansi Hinterseer als „eine österreichische Blondine ohne Busen“ abzustempeln. Und seine Erklärung, warum er im Flugzeug immer hinten sitzen würde, hatte Hand und Fuß, wie der Wiener zähneknirschend eingestehen musste. „Wenn wir abstürzen, kommt der Getränkewagen bei mir immer als Erstes vorbei.“ So folgte letztlich ein Kalauer dem Nächsten und stimmte die Gäste perfekt auf den anstehenden musikalischen Höhepunkt des Abends ein.
Scheißejal - Viva Colonia!!! 
So!Lala", das sind der Schlagzeuger Erik Körfer, Gitarrist Frank „Steve“ Krekelberg, Techniker und Fahrer Christoph Basten, Keyboarder Christoph Schmitz, die Sänger Liam Schmitz und Sebastian „Seppi" Böing, sowie der Bassist und Sänger Thomas Schneider. Die vier letztgenannten sind erst seit der Session 2017 Mitglieder der Band, entpuppten sich jedoch sehr schnell als Partymacher. Neu sind auch die roten, schwarz-türkis gefleckten Hosen, die ein echter Hingucker sind und das Zeug dazu haben, zum Markenzeichen der Band zu werden. „Wir wollten zum Neuanfang etwas haben, was sonst keiner hat", berichtete Schlagzeuger Erik während des Aufbaus seines Equipments. Als dann ging es direkt in die Vollen. 
Mit „Halleluja“ von Brings und „Leev Marie" von den Paveiern legten „So!Lala“ so richtig los und schaffte es das närrische Volk direkt mitzureißen. Bei „Hück steiht de Welt still" von Cat Ballou schien es dann allerdings so, als stünde die Zeit während des Auftritts wirklich für einen kurzen Augenblick still. Doch das Hippendorf steiht niemols still. Schon gar nicht während der fünften Jahreszeit. Denn da gehen die Leute mal so richtig ab wie Schmitz Katze. Beim Brings-Hit-Medley und den bekannten Songs der Höhnern hielt es daher auch keinen mehr auf seinem Platz. „Das war mal wieder voll auf die Zwölf“, wie Liam Schmitz feststellen musste. Der Gevelsberger Karneval und „So!Lala" sind bereits seit mehreren Jahrzehnten eng miteinander verbunden. Da fiel es dann zum Ende des Konzertes auch um so schwerer, die Jungs mit den knalligen Hosen von der „Bühne“ zu lassen. In diesem Sinne: ein dreifach kräftiges „Hippendorf Mäh“.  André Sicks