als nur das Vortragen geschriebener Texte – sie sind ein
einzigartiges Erlebnis, bei dem Geschichten lebendig werden. Egal wo
solch eine Veranstaltung stattfindet, stets erhält man dabei die
Möglichkeit, Autoren hautnah zu erleben, in die Welt der Bücher
einzutauchen und sich von Worten berühren zu lassen. Und zu solch
einem Event lädt nun der Gevelsberger Heimatverein e.V. ein.
Am 17.
April 2026 wird der mit mehreren Literaturpreisen ausgezeichnete
Autor und zweite Vorsitzende des Autorenkreises Ruhr-Mark Peter Coon
um 18:30 Uhr zu Gast in der Heimatstube (Alte Geer 6) sein und für
alle Literaturinteressierten aus seinem Roman „Entgrenzt – Wenn
künstliche Intelligenz die natürliche sucht“ vorlesen. Der
Eintritt zu dieser Veranstaltung ist kostenfrei; Snacks und Getränke
werden gegen eine Spende angeboten.
Peter
Coon gehört seit 2014 dem Autorenkreis Ruhr-Mark an. Als Preisträger
des da-maligen Literaturwettbewerbs zum Thema „Prisma“
wurde er eingeladen, dem Verein beizutreten, obwohl er bis zu diesem
Zeitpunkt noch keiner-lei Texte veröffentlicht hatte. Was sich jedoch
durch die Anthologie, die der Auto-renkreis zum Wettbewerb herausgab,
blitzschnell änder-te. Der Preis, die Veröffent-lichung und die
positive Kritik seitens der Vereinsmitglieder ließen in ihm den Mut
wach-sen, mit seinen Geschichten an die Öffentlichkeit zu treten. Die
von ihm verfassten Kurzgeschichten vermitteln der Leserschaft
Einblicke in seine ganz persönliche Sicht der Dinge. Viele seiner
Figuren und Charaktere haben ein besonderes Kreuz zu tragen. Sie sind
vielschichtig und nicht leicht zu durchschauen, nicht einfach gut
oder böse, sondern tragen von jedem etwas in sich. Nach jahrelanger
Vorbereitung erschien 2024 dann auch endlich sein erster Roman
„Entgrenzt – Wenn künstliche Intelligenz die natürliche sucht“.
Im
Mittelpunkt dieser spannungsreichen wie philosophischen und zugleich
kurz-weiligen Geschichte stehen die beiden Androiden Levin und Sally,
die ver-suchen, ihre menschlichen Vorbilder zu verstehen und ihnen
nachzueifern. Was ihnen angesichts der vielen Eigenheiten und
Widersprüche des menschlichen Wesens häufig nicht gelingt. Ein
Roman der helfen soll zu beurteilen, ob die Menschen nicht viel mehr
sind als neuronale Netzwerke, oder ob sie den Robotern (die es in der
Perfektion von Levin und Sally noch nicht gibt) näher stehen, als
man wahrhaben möchten. Vielleicht, so beschreibt es Peter Coon,
hilft er ja auch dabei, das eigene Leben in aller Unperfektheit
wieder höher zu achten – oder einst erlernte Fähigkeiten neu zu
entdecken, wie auch die eigenen Wünsche und Bedürfnisse.
Wer
sich abschließend vielleicht die Frage stellt, welche Verbindung die
Thematik des Romans zum Gevelsberger Heimatverein hat, der sich
bekanntlich ja eher mit Tradition und Vergangenheit als mit
Zukunftsvisionen auseinandersetzt, dem entgegnet der 1. Vorsitzende
Andreas Belz augenzwinkernd mit der Gegenfrage: „Ist
es nicht auch unser Ziel, wenn wir Erinnerungen an die Menschen
vergangener Zeiten, ihre Lebenswelt und ihre Traditionen bewahren und
versuchen, sie für heutige Generationen erlebbar zu machen, zu
ergründen, was den Menschen und menschliches Verhalten ausmacht?“ André Sicks


