Donnerstag, 2. April 2026

Literarisch „Künstliche Intelligenz“ zu Gast in der Heimatstube

Lesungen sind mehr
als nur das Vortragen geschriebener Texte – sie sind ein einzigartiges Erlebnis, bei dem Geschichten lebendig werden. Egal wo solch eine Veranstaltung stattfindet, stets erhält man dabei die Möglichkeit, Autoren hautnah zu erleben, in die Welt der Bücher einzutauchen und sich von Worten berühren zu lassen. Und zu solch einem Event lädt nun der Gevelsberger Heimatverein e.V. ein. 

Am 17. April 2026 wird der mit mehreren Literaturpreisen ausgezeichnete Autor und zweite Vorsitzende des Autorenkreises Ruhr-Mark Peter Coon um 18:30 Uhr zu Gast in der Heimatstube (Alte Geer 6) sein und für alle Literaturinteressierten aus seinem Roman „Entgrenzt – Wenn künstliche Intelligenz die natürliche sucht“ vorlesen. Der Eintritt zu dieser Veranstaltung ist kostenfrei; Snacks und Getränke werden gegen eine Spende angeboten.
 
Peter Coon gehört seit 2014 dem Autorenkreis Ruhr-Mark an. Als Preisträger des da-maligen Literaturwettbewerbs zum Thema „Prisma“ wurde er eingeladen, dem Verein beizutreten, obwohl er bis zu diesem Zeitpunkt noch keiner-lei Texte veröffentlicht hatte. Was sich jedoch durch die Anthologie, die der Auto-renkreis zum Wettbewerb herausgab, blitzschnell änder-te. Der Preis, die Veröffent-lichung und die positive Kritik seitens der Vereinsmitglieder ließen in ihm den Mut wach-sen, mit seinen Geschichten an die Öffentlichkeit zu treten. Die von ihm verfassten Kurzgeschichten vermitteln der Leserschaft Einblicke in seine ganz persönliche Sicht der Dinge. Viele seiner Figuren und Charaktere haben ein besonderes Kreuz zu tragen. Sie sind vielschichtig und nicht leicht zu durchschauen, nicht einfach gut oder böse, sondern tragen von jedem etwas in sich. Nach jahrelanger Vorbereitung erschien 2024 dann auch endlich sein erster Roman „Entgrenzt – Wenn künstliche Intelligenz die natürliche sucht“.
 
Im Mittelpunkt dieser spannungsreichen wie philosophischen und zugleich kurz-weiligen Geschichte stehen die beiden Androiden Levin und Sally, die ver-suchen, ihre menschlichen Vorbilder zu verstehen und ihnen nachzueifern. Was ihnen angesichts der vielen Eigenheiten und Widersprüche des menschlichen Wesens häufig nicht gelingt. Ein Roman der helfen soll zu beurteilen, ob die Menschen nicht viel mehr sind als neuronale Netzwerke, oder ob sie den Robotern (die es in der Perfektion von Levin und Sally noch nicht gibt) näher stehen, als man wahrhaben möchten. Vielleicht, so beschreibt es Peter Coon, hilft er ja auch dabei, das eigene Leben in aller Unperfektheit wieder höher zu achten – oder einst erlernte Fähigkeiten neu zu entdecken, wie auch die eigenen Wünsche und Bedürfnisse. 

Wer sich abschließend vielleicht die Frage stellt, welche Verbindung die Thematik des Romans zum Gevelsberger Heimatverein hat, der sich bekanntlich ja eher mit Tradition und Vergangenheit als mit Zukunftsvisionen auseinandersetzt, dem entgegnet der 1. Vorsitzende Andreas Belz augenzwinkernd mit der Gegenfrage: „Ist es nicht auch unser Ziel, wenn wir Erinnerungen an die Menschen vergangener Zeiten, ihre Lebenswelt und ihre Traditionen bewahren und versuchen, sie für heutige Generationen erlebbar zu machen, zu ergründen, was den Menschen und menschliches Verhalten ausmacht?“                                                                   André Sicks