der Schlüssel wurde
herumgedreht – die Gaststätte „Im Hippendorf“, im Volksmund
auch liebevoll „Bei Mausi“ genannt, sie ist fortan Geschichte.
Ein emotionaler Moment, mit dem auch gleichzeitig für die dort
beheimatete Kirmesgruppe „Hippendorf“ ihr jahrzehntelanges
Schaffen und Wirken im Lindengraben endete. Direkt
nach der närrischen Session begann man mit dem Ausräumen und
„Ausmisten“ des Vereinsheims. Ein echter Mammutakt, durchgeführt
mit viel Men- und Women-Power und bei dem zwischendrin auch immer mal
das eine oder andere Erinnerungsstück zum Vorschein kam, berichtete
die 1. Vorsitzende Petra Wenzel. Beispielsweise alte Fotos, besondere
Kostümrequisiten oder gar Werkzeug. Wehmut schwang in ihrer Stimme
und man konnte spüren, dass es für die Kirmesgruppe keinesfalls
eine leichte Entscheidung war, den Betrieb der Kneipe, das
liebgewonnene „zweite Zuhause“ mit dem angrenzendem Bauplatz
aufzugeben.
„Wir
müssen ehrlich sein, aber die in der heutigen Zeit steigen-den
Betriebskosten zur Unterhaltung der Gaststätte waren für uns als
Verein einfach nicht mehr zu stem-men.“ Auch wenn man regelmäßig
kulinari-sche Events wie zum Beispiel die Schnitzel-parade, das
Spargelfest oder den Reibekuchenabend veranstaltete, in der
Karnevalszeit die Wände erbeben ließ, beispielsweise die Tafelrunde
der „Ritter von Hopfen und Malz“ einmal monatlich bewirtete, den
älteren Herren freitags und sonntags beim Stammtisch ihr kühles
Blondes servierte oder den Bewertungsausschuss
während seiner Rundreise vor der Kirmes zur Mittagspause versorgte,
am Ende waren es nur ein paar Peanuts die in die Vereinskasse
flossen. Auch mit Blick auf die Anzahl an Mitgliedern, so fügte
Petra Wenzel hinzu, sei man nicht gerade groß aufgestellt. „Und
doch haben wir gemeinsam unser Bestes gegeben und alles gewuppt.“
Ein großes Dankeschön richtete sie diesbezüglich in Richtung aller
derer, die während dieser Zeit immer unterstützend im Gastrobereich
behilflich waren und an all jene, die mit vollem Einsatz den Umzug
durchgezogen haben.
Der
Zapfhahn ist abgedreht, sämtliches Inventar, Tische, Stühle und
Bänke sind ausgeräumt – die Gaststätte „Im Hippendorf“ in
der Lindengrabenstraße ist Geschichte.
Kurz
gesagt: Es musste etwas Neues her. Die Suche nach solch einer
Wirkungsstätte begann; über Wochen durchforstete man sein
bestehendes Netzwerk – mit dem Ergebnis: im Industriegebiet West
fand sich etwas passendes. In der Gewerbestraße 15 unterhält die
Firma Bernecker den ehemaligen Sitz der Baltin
Verlagsgesellschaft mbH. „Und hier konnten wir dankenswerter Weise
zwei Räume nebst einer kleinen Küchen-zeile und Toiletten als
zukünftigen Vereins-sitz beziehen.“ Hinzu käme, dass man auf dem
große Außenge-lände in einer Garage sämtliche Baumate-rialien
lagern könne und es zusätzlich auch eine Möglichkeit für
zukünftige Wagenbauten biete. Man dürfe von einem echten Glücksfall
sprechen, beschrieb es Petra Wenzel abschließend, der es der
Kirmesgruppe „Hippendorf“ rasch ermöglichte, den Reset-Knopf zu
drücken, um damit „eine Art Zeitenwende“ einzuläuten. André Sicks






