Mittwoch, 1. April 2026

Ein neuer Dorfschulze und ein Hammerschmied-Lehrling

D
ie Zeit verginge wie im Fluge
und es seien „nur noch 92 Tage bis zum „schönsten Volksfest in unserer Stadt“, verkündete der 1. Vorsitzende vom Gevelsberger Kirmesverein Markus Loetz zu Beginn der Monatsversammlung. Bevor er zur eigentlichen Tagesordnung überging, teilte er der Versammlung in seiner Begrüßung noch mit, dass sich die im letzten Monat gestellte Frage bezüglich eines Jugendwartes inzwischen geklärt hätte und Nicole Bölling diese Aufgabe fortan übernehmen werde. 

Was folgte war nun die Auflösung des Rätsels um den Hammerschmied. Fest stand bis zu diesem Zeitpunkt, dass der ehemalige Hammerschmied Bernd Matthäi in diesem Jahr noch einmal in die Rolle der Symbolfigur schlüpfen werde; es aber jemanden gäbe, der sich gut vorstellen könnte, dieses Amt auszuüben. „Gemeinsam mit dem Präsidium haben wir im Vorstand zunächst einmal ein Sondierungsgespräch mit diesem Kandidaten geführt“, erklärte Markus Loetz, was, so fügte er hinzu, am zum Ende hin durchaus positiv verlaufen sei. Just in diesem Moment ließ er dann auch die Katze aus dem Sack und verkündete ganz offiziell, dass die Person Joel Timmerbeil von der Kirmesgruppe „Börkey“ sei. „Joel ist ein junger Kirmesfreund, der nach unserer Überzeugung das Kirmesherz am rechten Fleck hat.“ 
Was der 30-jährige bei seiner Vorstellung schon einmal zeigte und deutlich machte, dass er es „als große Ehre“ empfinden würde, als „Vertreter der gesam-ten Stadt“ das Kirmesbrauchtum nach außen hin zu repräsentie-ren. Der GKV-Vorsitzende er-klärte, dass Joel zunächst ein-mal gemeinsam mit Bernd Matthäi die wichtigen repräsen-tativen Termine übernehme. So hätte er die Chance, in alles hineinzuschnuppern und die Auf-gabe hautnah kennenzulernen. Wenn die Chemie weiterhin passe, so Loetzi weiter, dann wäre es die Idee, ihn vom „Hammerschmied-Lehrling“ zum „Hammerschmied-Gesellen“ zu befördern. Ein Vorschlag, dem die Versammlung mit vier Enthaltungen einstimmig zustimmte. 
Einstimmig war im Anschluss dann auch die Wahl von Vorstandsmitglied Manfred Bärenfänger zum neuen Dorfschulzen. Er wurde bereits bei der Versammlung im Februar vorgestellt, so dass die Mitglieder vier Wochen Zeit hatten, um ihn nun ganz offiziell ins Amt zu heben. 

Auf der letzten Versammlung wurde der Wunsch geäußert, sich intensiver mit dem Thema „Jugendarbeit“ in den einzelnen Gruppen zu befassen. Um hier auf den aktuellen Stand zu sein und um das Thema ein wenig intensiver zu beleuchten, begrüßte der Gevelsberger Kirmesverein an diesem Abend Katharina Sprockmann vom Jugendamt der Stadt Gevels-berg. Sie erläuterte, dass die Kinder- und Jugendarbeit zu den wichtigsten, gesellschaftlichen Leistungen der Vereine zähle, um deren Zukunft zu gestalten. Daher sei es notwendig, unter anderem eine Übersicht sämtlicher Tätigkeiten im Verein zu erstellen sowie eine federführende, vertrauensvolle Ansprechperson mit einem erweiterten Führungszeugnis zu benennen, die die Kinder und Jugendliche beaufsichtigt, betreut und anleitet. Ausführun-gen, die einen ersten Grundstein legten und in dessen Nachgang die Gruppen nun die Möglichkeit haben, sich eigenständig um das weitere Vorgehen zu kümmern.
 
Katharina Sprockmann vom Jugendamt Gevelsberg berichtete über die Anforderungen und Entwicklungen im Bereich der Kinder- und Jugendgruppenbetreuung. 

Im weiteren Verlauf der Versammlung ging es um die Einteilung der Schichten im Getränkewagen auf der Frühkirmes am Ennepebogen, die vom 16. bis 19. April stattfindet, weitere Themenvorschläge der einzelnen Gruppen für den Kirmeszug, den TÜV-Termin am 13. Juni sowie das an diesem Tage stattfindende Kirmes-Opening. Hierzu ließ Loetzi die Versammlung kurz wissen, dass man die Bühne vergrößern werde, damit alle Programmpunkte darauf stattfinden können. Außerdem käme man dem Wunsch nach, das Foyer der Halle West wieder mit ins Geschehen einzubinden. Auch das Thema die Schülerinnen und Schüler des nächsten Abi-Jahrgangs in den Kirmeszug zu integrieren stand auf der Agenda. Hierzu konnte Andreas Linke berichten, dass sich 65 Jugendliche angemeldet hätten das Angebot anzunehmen, sechs hätten bedauer-licherweise keinerlei Interesse gezeigt. Über eine WhatsApp-Gruppe, so sagte Linke abschließend, würden nun die entsprechenden Plätze zugeteilt. 
Bevor Markus Loetz nach gut einer Stunde die Versammlung um 20:00 Uhr mit einem „Rupp di Tupp“ beendete, verkündete Andreas Alexius den Teilnehmenden, das die UNESCO am heutigen Tage entschieden hätte, das die Schaustellerkultur auf Volksfesten in Deutschland zum immateriellen Kulturerbe gehöre. Sie beruhe auf auf handwerklichen Techniken, techni-schem Wissen, gastronomischen Fähigkeiten, Logistik und Sicherheits-anforderungen sowie einer charakteristischen Festplatzästhetik. „Durch diese Anerkennung ist die Kirmes- und Volksfestkultur vor dem Verfall und Zerstören durch unzureichende politische und gesellschaftliche Unter-stützung geschützt.“                                                                      André Sicks