Donnerstag, 23. April 2026

AWO-Ortsverein ehrte engagierte 240 Jahre

Es ist eine gute alte Tradition,
dass der AWO-Ortsverein Gevelsberg alljährlich seine Mitglieder für deren Treue und ihr ehrenamtliches Engagement auszeichnet. Gerade in der heutigen Zeit ist es eine Seltenheit, wenn sich Menschen über Jahrzehnte ehrenamtlich in einem Verein engagieren. Darum liegt es dem Vorstand auch am Herzen, nicht nur die Mitglieder auszuzeichnen, die 25 oder gar 50 Jahre aktiv dabei sind. „Ein jeder verdient ein großes Dankeschön“, sagte Martina Drucks in ihrer Begrüßung. Auch wenn einige der insgesamt 30 Jubilare bei der kleinen Feierstunde im „Café mit Herz“ aus persönlichen, privaten oder gesundheitlichen Gründen fehlten, all jene die gekommen waren, die erlebten in entspannter Atmosphäre einen schönen Nachmittag und hatten ausreichend Gelegenheit für Geselligkeit und einem regen Austausch. 
Mit zahlreichen Aktionen und Veranstaltungen gelingt es dem AWO-Ortsverein immer wieder, sich in den Focus der Öffentlichkeit zu rücken. „Die Bürgerinnen und Bürger nehmen verstärkt Kenntnis von uns und von dem, was wir als ein Teil der Arbeiterwohlfahrt auf die Beine stellen“, erklärte die 1. Vorsitzende. Dabei sei vor allem die Unterstützung der zahlreichen Gevelsberger AWO-Einrichtungen, allen voran die Kindertageseinrichtungen sowie der Offene Ganztag an den Grundschulen, ein wichtiger Bestandteil. „Solch ein Erfolg lässt sich aber nur mit vielen ehrenamtlichen Mitgliedern im Hintergrund erzielen.“ Mit Menschen, die mit Liebe ihr Herz für die Sache sprechen lassen. Sieben von ihnen, die sich in einer Gesamtsumme seit 240 Jahren engagieren, konnten nun, in Verbindung mit der einen oder anderen persönlichen Erinnerung – dokumentiert von Hans-Christian Schäfer und Gerhard Lützenbürger, die dankbare Anerkennung der Arbeiterwohlfahrt entgegenzunehmen.
 
So zum Beispiel Heinz-Walter Lingemann, langjähriger Kom-munalpolitiker und „Vogelsanger aus Leidenschaft“, den der Ortsverein für 55 Jahre aus-zeichnete. Das der ehemalige Postbeamte 1971 der AWO beitrat, lag in erster Linie am damaligen Bürgermeister Hel-mut vom Schemm. Dieser hatte ihm nämlich gesagt, dass wenn er in Gevelsberg etwas errei-chen wolle, dann müsse er in die Arbeiterwohlfahrt eintreten. Ge-sagt getan und das in dem Jahr, als Hildegard Melcher beim Gevelsberger Ortsverein den Vorsitz von Erna Münter übernahm. 
Für 35 Jahre zeichnete man sowohl Gerd Placzek, dessen Name vor allem in Verbindung mit dem Städtischen Jugendamt und dem Fachbereich Bildung, Jugend und Soziales steht, sowie Altbürgermeister Dr. Klaus Solmecke aus, der am 4. Juli 1991 die Amtskette von Helmut von Schemm übernahm und bei seiner ersten Ratssitzung direkt ein „Rauchverbot“ für sämtliche Sitzungen einführte. 
Neben den Dreien wurden zudem auch noch Sabine Rauhaus für 40 Jahre, Margarete Ebbinghaus für 30 Jahre und Marlies Klingelstein sowie Marcel Kruska für jeweils 20 Jahre geehrt.
 
Mit Gerd Placzek, Heinz-Walter Lingemann und Altbürgermeister Dr. Klaus Solmecke (vlnr) konnte der AWO-Ortsverein drei Persönlichkeiten auszeichnen, deren Wirken und Schaffen zahlreiche Spuren in Gevelsberg hinterlassen hat. 

Es war ein Nachmittag der Begegnungen und des Gespräches, bei dem schnell sichtbar wurde, welch lokale Anlaufstelle ein solcher Ortsverein für die Menschen doch sein kann und welchen Beitrag er zur Förderung von bürgerschaftlichem Engagement für unterschiedlichste Zielgruppen – ob Kinder, Jugendliche, Eltern, Senioren, Migranten oder Menschen mit Behinderung leistet.                                                                      André Sicks