Montag, 23. März 2026

Präventionsvortrag für Seniorinnen und Senioren

Straftaten zum Nachteil älterer Menschen,
wie zum Beispiel der Enkeltrick oder Schockanrufe, sind ein weit verbrei-tetes Problem. Daher war es dem VdK Gevelsberg wichtig, Aufmerksamkeit dafür herzustellen. „Gerade ältere Menschen müssen wissen, welche Betrugsmaschen es heutzutage aktuell gibt und wie sie sich dagegen schützen können“, sagte Hans-Christian Schäfer. 
In Vertretung für Organisator Peter Standschus konnte der stellvertretende VdK-Vorsitzende gemeinsam mit Vorstandsmitglied Ferdinand Meyer (verantwortlich für die Technik) nahezu 30 Teilnehmende beim VdK-Treff in der Sportalm Gevelsberg begrüßen. Es ging diesmal darum, Seniorinnen und Senioren zu sensibilisieren, um im Fall eines Betrugsversuchs die Situation einschätzen sowie umsichtig und schnell handeln zu können.
 
Ein Präventionsvortrag in Wort, Schrift und Bild, bei dem Senioren-lotse Hans Jürgen Elte im Auftrag der Kreispolizeibehörde Ennepe-Ruhr die unterschiedlichsten be-trügerischen Aktivitäten gegenüber älteren Menschen darstellte. Gleich zu anfangs sagte er, dass Betrüger sich genau diese Perso-nengruppe aussuchen würden, da sie leichter auf deren Tricks herein-fallen würden und begründete es mit der Tatsache, dass „die Opfer oftmals nicht gut informiert und einfach zu verunsichern sind“. Die Maschen der Betrüger seien viel-seitig und sie gingen meistens sehr raffiniert vor, um an das Geld ihrer Opfer zu kommen 
Beispielsweise der Enkeltrick: Mit den Worten „Rate mal, wer hier spricht" oder ähnlichen Formulierungen rufen Betrüger bei meist älteren und allein lebenden Personen an, geben sich als Verwandte, Enkel oder auch gute Bekannte aus und bitten kurzfristig um Bargeld. Als Grund, so sagte Hans Jürgen Elte, würde stets ein finanzieller Engpass oder eine Notlage vorgetäuscht. „Die Lage wird immer äußerst dringlich dargestellt.“ Die Täter würden hierbei inzwischen auch Messengerdienste wie beispielsweise WhatsApp nutzen, um ihre Opfer zu Geldüberweisungen zu bewegen. Wer einen solchen erhält, der solle misstrauisch sein und  beim Anrufer Dinge erfragen, die nur der richtige Verwandte / Bekannte wissen kann. „Geben Sie keine Details zu Ihren familiären und finanziellen Verhältnissen preis.“
 
Gespannt, interessiert und wissbegierig lauschten nahezu 30 Teilnehmende beim VdK-Treff in der Sportalm Gevelsberg dem Vortrag von Hans Jürgen Elte. 

Eine weitere Betrugsart: Falsche Polizisten am Telefon. Hier sagte der Seniorenlotse, dass die Täter für solch ein Telefonat eine spezielle Technik nutzen würden, die während des Anrufs auf der Telefonanzeige der Angerufenen die Polizei-Notrufnummer 110 oder eine andere örtliche Telefonnummer erscheinen lässt – obwohl die Anrufer meistens aus dem Ausland anrufen. Unter Vorwänden gelänge es den Betrügern, ihren Opfern glaubwürdig zu vermitteln, dass ihr Geld und ihre Wertsachen zuhause nicht sicher seien. Sie geben an, dass ein Polizist in Zivil vorbei käme, um das gesamte Geld und sämtliche Wertsachen „in Sicherheit" zu bringen. „Die Polizei wird Sie niemals um Geldbeträge bitten und auch niemals unter der Polizeinotruf-Nummer 110 anrufen.“ Elte gab zu verstehen, dass wer einen solchen Anruf erhalte, der solche beharrlich Nachfragen stellen. „Fragen Sie ihr Gegenüber nach seinem Namen, seinem Dienstgrad und seiner Dienststelle und rufen Sie die betreffende Dienststelle an, um sich nach dem betreffenden Polizeibeamten zu erkundigen.“ 
Nicht zu vergessen, die sogenannten Schockanrufe. Dabei versuchen Betrüger vorwiegend ältere Menschen um ihr Geld und ihre Wertsachen zu betrügen und geben sich „am Telefon als Verwandte oder als ein mit einem Vorgang betrauter Polizeibeamter oder Rechtsanwalt aus und täuschen eine Notsituation vor“, erläuterte Hans Jürgen Elte diese Art von Betrug. Die Anrufer würden dabei zum Beispiel von einem Verkehrsunfall berichten, in dessen Folge ein Familienmitglied sofort operiert werden müsse. Die Operation könne jedoch nur dann durchgeführt werden, wenn sie vorher in bar bezahlt wird. Hans Jürgen Elte wies darauf hin, dass die Behandlung eines Unfallopfers niemals von einer vorherigen Zahlung eines Geldbe-trages abhängig sei. Wenn man sich nicht sicher sei wer da gerade anruft und unter Druck gesetzt fühle, so möge man sofort auflegen. „Rufen Sie den betroffenen Angehörigen unter der Ihnen bekannten Nummer an.“ 

Nach seinem Vortrag, der über die Maßen sehr gut bei den Teilnehmenden ankam, bedankten sich der stellvertretende VdK-Vorsitzende Hans-Christian Schäfer (links) und Vorstandsmitglied Ferdinand Meyer (rechts) bei Hans Jürgen Elte. 

Es war ein Vortrag der über die Maßen sehr gut ankam. Und an dessen Ende sich Hans Jürgen Elte ausreichend Zeit nahm, die ihm gestellten Fragen kompetent zu beantworten. Allen war klar, Vorsicht, Misstrauen und Vorbe-reitung seien die wichtigsten Schutzmaßnahmen. Denn nur wer diese Regeln beachtet, könne Betrugs-versuche erkennen, verhindern und im Ernstfall darauf schnell und richtig reagieren.                                                                                      André Sicks