Freitag, 12. März 2021

Virtuelle Premiere vom „Bunten Salon“ gelungen - Frida Kahlo begeisterte zum Internationalen Frauentag

Was zur Zeit analog nicht geht, das ermöglichten die Gleichstellungsbeauftragten der Städte Ennepetal, Gevelsberg, Schwelm, Sprockhövel und des Kreises gemeinsam mit der vhs Ennepe-Ruhr-Süd nun digital.
Um auch in Coronazeiten weiterhin mit allen Interessierten in Kontakt zu bleiben, öffneten sie zum Internationalen Frauentag am 8. März 2021 erstmals virtuell die Türen zu ihrem „Bunten Salon“. Eine Veranstaltungsreihe, die seit mittlerweile 13 Jahren ihre Gäste und Veranstalterinnen immer wieder aufs Neue zu Themen inspiriert, die nicht nur Frauen bewegen und Gesellschaft so verändern können, dass sich alle gut entwickeln und in ihrer ganzen Vielfalt einbringen können. 
Eigentlich war es ja geplant, dass die Teilnehmer*innen im leerstehenden Rupprecht-Kaufhaus zusammenkommen, um dort Gespräche zu führen und um ihre Version zur Zukunft miteinander zu teilen. Es wäre der Ort des Umbruchs und der Weiterentwicklung gewesen, den die Stadt Gevelsberg erworben hat, um es in ein soziokulturelles Zentrum im Herzen der Innenstadt zu verwandeln, an dem sie nun philosophisch, praktisch und musikalisch als Zukunftsgestalter*innen den Ton hätten angegeben können. Doch es kam anders. 

Zukunftsweisender Weg!? 
Die Salonbetreiberinnen schlugen kurzerhand einen neuen Weg des Austausches ein und entführten die über 100 Teilnehmer*innen, gemeinsam mit der Schauspielerin Maria Wolf und der Kunsthistorikerin Dr. Inés Pelzl zu einer virtuellen Begegnung mit der berühmten mexikanischen Malerin Frida Kahlo (1907-1954). 
Eine facettenreiche Lesung und Werkschau, die das Leben dieser schillernden Persönlichkeit dokumentierte und zugleich einen kulturell, spannenden Abend lieferte. „MEETING FRIDA KAHLO“ war die Antwort der Veranstalterinnen auf die bestehenden Corona-Beschränkungen, die alle am Ende inspirierte, ihnen ein Stück fehlender Kultur schenkte und zur Solidarität aufrief. Wie es nach dieser Auftaktveranstaltung mit den bereits geplanten Veranstaltungen des „Bunten Salons“ nun weitergeht, darauf konnten die Gleichstellungsbeauftragten Nina Däumig (Ennepetal), Christel Hofschröer (Gevelsberg), Dr. Sandra Michaelis (Schwelm), Maren Linn van Norden (Sprockhövel) und Sabine Kerkenberg (Kreisverwaltung) sowie Iris Baeck von der vhs Ennepe-Ruhr-Süd bislang keine genaue Antwort geben. Alles steht und fällt mit der Entwicklung der Corona-Pandemie. Fest stand für die Salonbetreiberinnen jedoch, dass es zukünftig neben den Präsenzveranstaltungen im Rahmen des „Bunten Salon“ auch in coronafreien Zeiten ein Online-Angebot geben wird. Die überaus hohe Resonanz an diesem Abend und das abschließende Interesse der Gäste an einer Fortsetzung waren ein deutliches Zeichen.
Alle Gäste, die über die weiteren Veranstaltungen des Bunten Salons auf dem Laufenden gehalten werden wollen, haben die Möglichkeit, sich mit einer E-Mail an die vhs unter
bae@vhs-en-sued.de zu wenden und um eine Aufnahme in den entsprechenden Verteiler zu bitten. Auch Anregungen und Wünsche werden dort gerne entgegengenommen. 

Wer war eigentlich Frida Kahlo? 
Wilde Rebellin, geballtes Energiebündel, Mensch mit Behinderung, betrogene und betrügende Ehefrau, mythische Legende, engagierte Frauenrechtlerin, Friedensaktivistin, überzeugte Kommunistin … all solche Beschreibungen treffen auf Frida Kahlo (geboren am 13. Juli 1907) zu, doch vor allem war sie die begabteste und bedeutendste mexikanische Malerin des 20. Jahrhunderts und nimmt somit in der latein-amerikanischen Kunstgeschichte eine einzigartige Stellung ein. Sie war die erste Künstlerin in der Geschichte, die das männliche Prinzip der Kunst verlassen hatte. „Man hielt mich für eine Surrealistin. Das ist nicht richtig. Ich habe niemals Träume gemalt. Was ich dargestellt habe, war meine Wirklichkeit.“ 

Mit ihrem Programm „Zooming Female Artists“ 
zeigten Maria Wolf und Dr. Inés Pelzl
dass Frida Kahlos Bilder zugleich auch ihre Biographie sind

Maria Wolf und ihre Schwester Dr. Inés Pelzl dokumentierten im virtuellen Raum des „Bunten Salons“ eine höchst vielfältige und widersprüchliche Person, die sich auf ihren Werken gnadenlos ausliefert. Ihr einzigartiger und sofort erkennbare Stil war wesentlicher Bestandteil ihrer Identität und sie definierte sich selbst über ihre ethnische Zugehörigkeit, Behinderung und Politik. All dies stellte sie letztendlich in den Mittelpunkt ihrer Arbeit und ermutigte so vor allem Frauen dazu, ihre Schmerzen und Frustrationen nach außen hin zu zeigen und Maßnahmen zum Verständnis zu entwickeln. Frida Kahlos Kunst unterstützt aber auch Menschen, die wegen eines Unfalls, Fehlgeburten oder Beziehungsproblemen leiden. Durch ihre Bildsprache artikulierte sie zudem komplexe Erfahrungen, die somit für sie überschaubarer wurden und Hoffnung geben sollten, dass man Schmerzen ertragen, sich erholen und von vorne anfangen kann. 
Die Malerin starb am 13. Juli 1954 an einer Lungenembolie. Nach ihrem Tod wurde Frida Kahlo als Künstlerin und charmante Rebellin weltweit geehrt. Mehrere Ausstellungen, Filme (darunter eine Filmbiografie aus dem Jahr 2002 mit Salma Hayek in der Titelrolle) und Theaterstücke wurden über sie und ihr Leben inszeniert. André Sicks