Montag, 30. April 2018

Kinderschutzbund wertet Aufnahme der Kinderrechte ins Grundgesetz als Erfolg

Mehr als 25 Jahre nachdem die UN-Kinderrechtskonvention von Deutschland unterzeichnet wurde, sollen nun endlich die Kinderrechte im Grundgesetz verankert werden.
So sieht es zumindest der Koalitionsvertrag zwischen der CDU / CSU und der SPD vor. Für diejenigen, die sich seit Jahrzehnten für die vollständige Umsetzung der Kinderrechte in Deutschland einsetzen, dazu gehört unter anderem auch der Deutsche Kinderschutzbund, ist dieser längst überfällige Schritt eine Stärkung der Rechtsposition von Kindern. Innerhalb unserer Gesellschaft sind Kinder nämlich keine kleinen Erwachsenen, sie brauchen zusätzliche Förder- und Schutzrechte. Daher reichen auch die allgemeinen Menschenrechte für Kinder nicht aus. Zum Beispiel das Recht auf eine kindgerechte Entwicklung, auf gute Versorgung, auf einen Schutz vor seelischer und körperlicher Gewalt sowie auf Mitbestimmung – all dies macht Kinder letztlich zu vollwertigen Persönlichkeiten, die respektiert werden und deren freie Entfaltung verfassungsmäßig geschützt wäre. „Die Rechte und Interessen unserer Kleinen müssen endlich Beachtung finden“, so Barbara Lützenbürger, Vorsitzende vom Gevelsberger Kinderschutzbund. Gemeinsam mit ihren ehrenamtlichen Mitstreitern brachte sie kürzlich ein riesiges Plakat an der Wittener Straße an, welches allen Bürgern ab sofort klar machen soll, dass nun endlich die Zeit gekommen ist, an der die Rechte der Kinder ein gesetzliches Gehör finden. 
Geht es um das Wohl von Kindern, dann ist der Gevelsberger Kinderschutzbund, allen voran deren Vorsitzende Barbara Lützenbürger, ein Sprachrohr für die Kleinen. Ob klein oder groß, fröhlich oder traurig - man setzt sich stets für die Belange der Kinder und eine lebenswerte Umwelt ein.
Es gibt aber noch viel zu tun
Wer jedoch meint, dass mit der Aufnahme der Kinderrechte ins deutsche Grundgesetz endlich alles rosig sei, der irrt gewaltig. Für die Kinderschützer ist dies nur ein kleiner Schritt in Richtung Ziel. Darüber hinaus muss sich ihrer Meinung nach auch endlich etwas beim Thema Kinderarmut ändern. Man erwartet von der großen Koalition eine Familienpolitik als Gesamtstrategie, keinesfalls ein Stückwerk, das die Menschen mit vielen komplizierten Regelungen überfordert oder ausgrenzt. Und laut einer Aussage von Heinz Hilgers, dem Präsidenten des Deutschen Kinderschutzbundes, ist Kinderarmut in einem reichen Land weder notwendig noch sei sie hinnehmbar.
Außerdem muss es eine grundle-gende Reform des Kinder- und Ju-gendhilfegesetzes geben, bei dem das Thema Inklu-sion mit klaren Rechtsansprüchen der betroffenen Kinder geregelt sein muss. Auch es muss ein Familiennachzug, speziell für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, entsprechend der UN-Kinder-rechtskonvention ermöglicht werden. Man sieht, es gibt noch sehr viel zu tun, sowohl für die Regierung wie auch für den Deutschen Kinderschutzbund – der Lobby für Kinder.  André Sicks

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