Eine Sorte hat es der
rüstigen Seniorin besonders angetan: Und zwar die sogenannten
Ochsenherztomaten. Wie der Name schon verrät, handelt es sich
hierbei um eine große Sorte aus der Familie der
Nachtschatten-gewächse. In diesem Jahr reifte in ihrem heimischen
Garten ein besonders großes Exemplar, wie sie es so bis dato noch
nicht gesehen hatte.
Die
Hobbygärtnerin fasste sie sich ein Herz und erntete ihre
Super-Tomate. Vorsichtig wurde dabei die rote Frucht mit einer
Rosenschere abge-schnitten. In der Küche stand bereits eine Waage
bereit. Der große Moment, ihre Augen auf´s Display gerichtet, ein
Strahlen als darauf sage und schreibe 727 Gramm anzeigt wurden.
„Solch
ein großes, fruchtiges Exemplar habe ich bisher noch nie geerntet“,
freut sich die 82-jährige.
Ursula
Angermann fiel es wahrlich nicht leicht, das 727
Gramm schwere Exemplar ihrer selbst gezüchteten Ochsenherztomate zu
ernten, um es kurz darauf für den Verzehr anzuschneiden.
„Tomaten
anbauen kann eigent-lich jeder. Ob diese am Ende allerdings auch
schmecken, das liegt vor allem am Dünger und am Wässern", sagt
sie und kann es irgendwie immer noch nicht glauben, was ihre Waage
anzeigt hatte. Vor Jahren hat sie damit angefangen, Tomaten-samen aus
leckeren gekauften Tomaten zu sammeln, um diese dann zu züchten. „Im
Februar säe ich sie immer in kleine Töpfchen aus.“ Als Dünger
benutzt die Züchterin dabei Bio-Tomatendünger. Der Boden, so
erläutert sie, würde zusätzlich noch mit dem eigenen Kompost
vermischt. „Die fertigen Töpfchen platziere ich dann in Richtung
Süd Ost an unserer Hauswand.“ Bei
einer Tomatenzucht will vor allem das richtige Gießen gelernt sein.
„Es ist entscheidend für Wachstum, Gesundheit und Resistenz“,
verrät die Kennerin. Die Bewässerung, im Fall von Ursula Angermann
geschieht dies mit gesammelten Regenwasser, sollte regelmäßig und
langsam erfolgen, damit das Wasser die Erde gleichmäßig
durchdringt, der Boden niemals durchtrocknet und die Wurzeln auch
nicht ertränkt werden. „Ein guter Zeitpunkt zum Gießen von
Tomaten sind die Morgenstunden.“ Um am Ende zu einem fruchtigen
Ergebnis zu kommen, bedarf es Geduld und Zeit. „Und viel Liebe zur
Natur“, ergänzt Angermann und spricht von ungefähr 65 Tagen.
„Von der Befruchtung bis zur Reife.“
Was
die kommende Ernte ihrer Ochsenherztomaten betrifft, da ist die
Hobbygärtnerin schon jetzt guter Dinge und hofft auf ein noch
schwereres und saftiges Exemplar des
Nachtschattengewächses.
„Ochsenherztomaten
haben eine dünne Schale, sind sehr aro-matisch, haben relativ wenig
Saft, dafür viel festes Fleisch – wer sie einmal probiert hat,
wird sie lieben", gerät Ursula Angermann für diese Sorte an
Fleischtomate ins Schwärmen. Sie sagt, dass sie nicht nur lecker auf
einer frischen Scheibe Brot schmecken, man können sie auch gut
grillen oder füllen. „Und als Tomatensalat sind sie eine absolute
Delikatesse“, fügt sie abschließend hinzu und hofft, das „jetzige
Ergebnis“ in der nächsten Saison vielleicht noch um einige Gramm
mehr toppen zu können. André Sicks