Montag, 10. März 2025

Großes Reinemachen in der Stadt

Mit Beginn des Frühlings starten viele Haushalte mit einem großen Reinemachen.
Schränke werden dabei von den Wänden gerückt und oftmals sogar das Sofa hervorgezogen, um darunter Staub zu wischen. Blitzt und blinkt es erst einmal, dann fühlt man sich rundum wohl Wie aber sieht es mit den heimischen Landschaften, der Natur, dem öffentliche Lebensraum aus? Möchte man sich dort nicht auch wohlfühlen? Anscheinend nicht, wenn man der Tatsache ins Auge schaute, dass nach wie vor jedwede Art von Müll, leere Dosen und Verpackungen, Zigarettenkippen oder Einwegflaschen von einigen Mitmenschen achtlos ins Gebüsch geschmissen werden.
 
Um auf diese Probleme hinzuweisen, findet alljährlich der „Gevelsberger Haus-putz“ statt, bei dem Schulen, Kinder-gärten, Vereine, Institutionen und Organi-sationen freiwillig für mehr Sauberkeit in den Wäldern, Parkanlagen sowie an Rad- und Spazierwegen plädieren, um das Erscheinungsbild ihrer Stadt gepflegt erscheinen zu lassen. Eine Aktion, die vor über 20 Jahren von der Umwelt-pädagogin Annette Bußmann und dem städtischen Umweltbeauftragten Matthias Sprenger ins Leben gerufen wurde und die sich binnen kürzester Zeit zum Selbstläufer entwickelte. Man nahm damals sogar eine Vorreiterrolle im südlichen EN-Kreis ein, die viele Nachbarstädte dazu beflügelte Ähnliches ins Leben zu rufen. 

Während die heimischen Vereine und Institutionen, wie zum Beispiel einige Kirmesgruppen, die SPD-Ortsvereine oder die AWO, ihren „Putztag“ für den 8. März eingeplant hatten, machten sich tags zuvor schon einmal alle Gevelsberger Schulen sowie einige Kindertagesstätten an die Arbeit. Ausgestattet mit Müllsäcken und Handschuhen, die dankenswerterweise von den Technischen Betrieben zur Verfügung gestellt wurden, schwangen insgesamt 1.859 junge „Putzteufel“ rund um ihr Schul- und Kindergarten-umfeld den Besen. 
Binnen kürzester Zeit füllte sich dabei manch blauer Müllsack mit Unrat, so dass am Ende des Großreine-machens für die Kin-der feststand: „Man-che Menschen sind einfach nur Umwelt-sünder“ – so die wort-wörtliche Formulierung eines Schülers der Städtischen Realschule, Ein Satz, dem Bürgermeister Claus Jacobi und die beiden Vorsitzenden vom SPD Stadtverband, Sonja Dehn und Daniel Berenbruch, nur zustimmen konnten. Das politische Duo besuchte alle Teilnehmenden und bedankte sich persönlich bei den jungen Müllsammlern für deren Engagement. Als Dankeschön gab es Äpfel und Müsliriegel zur Stärkung. 
Wir wollen Vorbild sein, für die Leute, die hier alles dreckig machen“, appellierte eine Schülerin der Realschule, womit sie ein klares Statement setzte. Wenn nämlich Kinder frühzeitig lernen keinerlei Müll in die Natur zu werfen und diesen umweltbewussten Gedanken zusätzlich auch noch in ihre Familien transportieren, dann kann am Ende von einer erfolgreichen Präventionsarbeit gesprochen werden. 

Die Bereitschaft all jener, die sich aktiv am „Gevelsberger Hausputz“ beteiligten, war groß, umso trauriger jedoch die Tatsache, dass nach wie vor viele Menschen die Natur und den öffentlichen Lebensraum als ihren privaten Mülleimer ansehen. Auch wenn diese Saubermachaktion eine Erfolgsgeschichte aufweist, ein noch viel größerer Erfolg wäre es, wenn man eines Tages verkünden könnte, dass der „Gevelsberger Hausputz“ ab sofort nicht mehr von Nöten sei.                                                   André Sicks