Montag, 24. März 2025

Eine entscheidungsreiche und richtungsweisende Monatsversammlung

Es war Punkt 19:00 Uhr als das Glöckchen ertönte
und der 1. Vorsitzende vom Gevelsberger Kirmesverein, Markus Loetz, mit seiner traditionellen Countdown-Information: „Es sind noch 98 Tage bis zur schönsten Nebensache der Welt“, die Monatsversammlung in der Hauptwache der Gevelsberger Feuerwehr eröffnete. Deren Tagesordnung war recht überschaubar, verlangte von den Teilnehmenden jedoch manch wichtige Entscheidung. 

Zunächst einmal aber verkündete Loetzi hoch erfreut, dass alle Gruppen die neue Betriebserlaubnis für ihre Wagen und Anhänger erhalten hätten, die laut einem Erlass vom Land NRW ab sofort für die Teilnahme an Brauchtumsveranstaltungen erforderlich sei. Eine Aktion, die „uns allen im Vorfeld Bauchschmerzen bereitet hat“, dank zahlreicher Unterstützer am Ende aber „gerockt wurde. Solch Teamwork, so sagte er dankenswerter Weise in Richtung aller Beteiligter, gäbe es nur in Gevelsberg. Es hätte gezeigt, dass man eine große Kirmesfamilie sei, oder anders ausgedrückt: „Vie sitt Kiärmis“. 

Worte, mit denen er gekonnt zum nächsten Tagesordnungspunkt überleitete, die Hammerschmiedfete. Diese werde am 9. Juni 2025 um 11:00 Uhr in der alten Schmiede von Ulrich und Ingrid Russmann stattfinden, allerdings mit einer kleinen Änderung was das Teilnehmerumfeld beträfe, sagte Markus Loetz. Es sei geplant, dass man dabei das Hauptaugenmerk vermehrt auf die einzelnen Kirmesgruppen legen wolle, um so das Ganze „ein wenig familiärer“ zu gestalten. Auf die berechtigte Nachfrage von Bürgermeister Claus Jacobi, was dies denn für die Vertreterinnen und Vertreter all jener Organisationen und Institutionen bedeuten würde, die ihren „bedeutsamen“ Teil dazu beitragen, dass man die Gevelsberger Kirmes überhaupt durchführen könne, „das Ordnungsamt, die Technischen Betriebe, die Polizei, Feuerwehr, das DRK und nicht zuletzt die Politik, die in diesem Jahr immense Kosten für die Sicherheit ausgeben wird“, konnte der GKV-Vorsitzende das Stadtoberhaupt beruhigen, da der Vorstand dies natürlich berücksichtige.
 
Eine weitere Neuheit in diesem Jahr ist die „Hammerschmied Kroatz-beere“. Ein beeriger 20 % prozentiger Schnaps aus der Destillerie Habbel, den man eigens kreiert habe, so Loetzi, und den die Gruppen ab April beim Vorstand kostengünstig erwer-ben könnten, um ihn auf ihren Sommerfesten oder sonstigen Events unter´s Volk zu bringen. Die Erklärung, wieso es solch einen guten Tropfen gäbe, lag an der Tatsache, dass der Gevelsberger Kirmesverein in diesem Jahr sein 65-jähriges Bestehen feiert. „Wir haben uns am 10. Oktober 1960 gegründet und da wollten wir natürlich etwas Beson-deres an den Start bringen.“ Dass das Getränk aus dem Hause Habbel kommt, sei mitunter der Tatsache geschuldet, dass „wir hier am 16. Mai erstmals für die Kirmeskrugfete Einzug halten“, berichtete Loetz und fügte hinzu, dass jede Kirmesgruppe auch diesmal wieder mit zwei Personen daran teilnehmen könne und eine Wildcard für ein U25-Mitglied erhielte. „Der Kostenbeitrag liegt bei 5 Euro pro Karte, die Anreise erfolgt eigenständig.“ 

Mit Blick auf den Kirmeszug entschied die Versammlung, dass man als letzten Teilnehmer für den Gästeblock die Kung Fu Schule „Hung Choy“ mit ihrem traditionellen chinesischen Löwen- und Drachentanz aufnimmt. Somit dürfe man sich auf einen bunten Zug freuen, wie Geschäftsführer Dirk Henning berichtete, bei dem es unter anderem mit Gulliver auf Reisen geht, der Gürtel enger geschnallt werden müsse und sich erstmalig auch der Gegenkandidat von Bürgermeister Claus Jacobi dem jubelnden Kirmesvolk präsentiere. Zur Freude aller verkündete „Henne“, dass die Kirmesgruppe „Fidele Vogelsanger“ in diesem Jahr als „Wischmopps“ mit einer richtigen Fußgruppe am Start sein werde. Nicht unerwähnt ließ er, dass es der Spielleute-Vereinigung Gevelsberg gelungen sei, die Anzahl der teilneh-menden Musikzüge im Kirmeszug noch einmal zu erhöhen. „Waren es 2024 sieben an der Zahl, so werden es in diesem Jahr vielleicht über 12 sein.“

Im vergangenen Jahr präsentierte die Kirmesgruppe „Fidele Vogelsanger“ nur ihre Standarte; in diesem Jahr bringt der Gevelsberger Stadtteil eine Fußgruppe an den Start. 

Was folgte, war der Tagesordnungspunkt „Kirmes Opening“. Ein heikles und brisantes Thema, da die Vorbereitungen für den neuen Kirmesabend ins Stocken geraten waren. Was unter anderem daran lag, dass von Seiten einiger helfender Unterstützer die geplante Neuerungen abgelehnt wurden. Man diesbezüglich sogar mit dem Gedanken spielte, den Veranstaltungsort zu wechseln. Dem wolle und müsse man entgegentreten, hieß es aus den Reihen der Versammlungsteilnehmer, denn letzten Endes sei der Kirmesverein der Ausrichter der Veranstaltung- „Wir dürfen uns hierbei den Hammer nicht aus der Hand nehmen lassen“, brachte es Peter Konze von der Kirmesgruppe „Im Dörnen“ auf den Punkt. „Ein neues Konzept bedarf keinesfalls einer neuen Location, viel wichtiger ist eine gute Marketing-strategie“, schaltete sich Bürgermeister Claus Jacobi in die Diskussion ein und appellierte eindringlich an alle, man möge schon jetzt die Werbetrommel kräftig rühren, damit am 14. Juni „die Halle West voll ist“ und alle nach einem kurzen offiziellen Programm zu den Klängen der Band „Leckerer Nudelsalat“ so richtig Party machen und sich auf die schrägste Kirmes Europas einstimmen könnten. Getreu dem Motto: „Ende Juni das ist fix, gibt es Kirmes und sonst nix“.
 
Es gab einige Entscheidungen von den Versammlungsmitgliedern zu treffen; die im Vorfeld dem Vorstand, allen voran Geschäftsführer Dirk Henning (links) sowie dem 1. Vorsitzenden Markus Loetz (mitte), ein wenig Kopfschmerzen bereiteten. 

Beim Tagesordnungspunkt „Verschiedenes“ berichteten Petra Ellerkmann und Melanie Gusowski, dass sich 10 Kirmesgruppen bereit erklärt hätten, vom 10. bis 14. April  den Bierstand auf der Frühkirmes am Ennepebogen zu unterhalten. Für das Personal hätten die Gruppen mittlerweile auch die Anzahl der mithelfenden Personen an den Vorstand gemeldet, ent-sprechende Schichtpläne „werden wir nun erstellen und weiterleiten“ so die beiden Beisitzerinnen. Neue Meldungen hinsichtlich der alljährlichen Ehrungen gab es diesmal keine. Bevor der Vorsitzende Markus Loetz die Versammlung um 20:05 Uhr mit einem „Rupp di Tupp“ beendete, erinnerte Jugendwart Felix Gromm noch einmal kurz daran, dass die Kirmesgruppen ihm doch bitte die Anzahl der aktiven Kinder und Jugendlichen mitteilen sollten, sowie die Namen all jener Personen, die beim Kinder- und Jugendfest am 20. September 2025  auf dem Hof der VHS, den Auf- und Abbau übernehmen würden.                                                         André Sicks