Dienstag, 11. März 2025

Ein Zeichen gegen Brustkrebs

Erhält
man die Diagnose Brustkrebs,
so ist dies für Betroffene ein Schock. Vielen steht im Laufe der Zeit eine Operation bevor, die im Nachgang oftmals mit starken Wundschmerzen während Heilungsprozesses verbunden ist, erläuterte Christina Bohn-Queren. Die Inhaberin der „Lingotage Bohn“, dem Fachgeschäft für Dessous, Strumpf- und Wäschemoden mitten im Herzen von Gevelsberg, wusste wovon sie sprach, da „ich fast täglich in meinem Geschäft mit dem Thema konfrontiert werde“. Von daher ist es ihr auch eine Herzens-angelegenheit, für die sie sich ehrenamtlich in ihrer Freizeit stark engagiert. 

Im vergangenen Monat organisierte die Geschäftsfrau erstmalig einen Spendenlauf rund um die Heilenbecker Talsperre, bei dem 44 Teilnehmerinnen und Teilnehmer an den Start gingen und man am Ende, durch die Startgebühr sowie weiterer Spenden, 600,- Euro sammelte. „Eine stolze Summe“, wie sie stolz und freudig erzählte und hinzufügte, dass das Geld dem in München ansässigen Verein „Brustkrebs Deutschlande e.V.“ zugute gekommen sei. Solch soziales Engagement ist Christina Bohn-Queren einfach wichtig und ließ in ihr die Idee aufkommen, spontan eine weitere Aktion in die Tat umzusetzen. Gemeinsam mit zehn freiwilligen und interessierten Kundinnen nähte man Herzkissen. 
Mit solch einem Kis-sen, so sagte sie, könnten die nach der Operation auftreten-den Schmerzen ein wenig gelindert wer-den. Durch die beson-dere Form passt ein Herzkissen besonders gut unter die Achseln, erleichtert das Liegen und gibt einen gewis-sen Schutz bei plötzlichen Bewegungen oder Stößen, wie sie beim Husten oder im Alltag auftreten können. Darüber hinaus sind Herzkissen auch ein Geschenk, ein Symbol für Herzlichkeit und Menschlichkeit, für Hoffnung und Zuversicht, und sollen den Betroffenen zeigen „Du bist nicht allein!" Die Idee dieser speziellen Kissen brachte übrigens die dänische Krankenschwester, Nancy Friis-Jensen, 2006 aus Amerika mit. Sie rief damals das Heart Pillow Project ins Leben, entwickelte den Schnitt für die Kissen und begann, die Idee „Herzkissen für Brustkrebspatientinnen – verschenkt von Herz zu Herz" zu verbreiten.
 
Um solch ein Herzkissen zu erstellen, mussten die Stoffe in Form geschnitten werden, die einzelnen Teile wurde an der Nähmaschine zusammengefügt, das Ganze mit einem Bügeleisen geglättet, mit weichen Daunen befüllt und zum Schluss mit ein paar finalen Nadelstichen geschlossen. 

Im Sitzungsraum I vom Rathaus, den die Stadt Gevelsberg Christina Bohn-Queren und ihren Mitstreiterinnen dankenswerter Weise für diese besondere Aktion zur Verfügung gestellt hatte, war
Teamarbeit angesagt: Es galt Stoffe in Form zu schneiden, die einzelnen Teile an der Nähmaschine zusammenzufügen, das Ganze mit einem Bügeleisen zu glätten, die Kissen zu befüllen und zum Schluss mit ein paar finalen Nadelstichen zu schließen. „Zusätzlich haben wir die Kissen mit einem kleinen Logo meiner Lingotage versehen.“ Jeder konnte sich, seinen Talenten entsprechend, auf irgendeine Weise bei der Aktion mit einbringen. „Und in so großer Runde macht Engagement auch gleich noch mehr Spaß“, brachten es die Damen auf den Punkt. 
Insgesamt 46 Herzkissen wurden erstellt, die an interessierte Praxen verteilt werden und für Betroffene auch kostenfrei in der Lingotage Bohn (Neustraße 1) erhältlich sind. Diese Aktion hat allen einmal mehr vor Augen geführt, dass Gesundheit für die Menschen ein unbezahlbares Gut ist.                                                                                                                André Sicks