32 Tage vor Beginn
der längsten Nacht in der Stadt läutete der Gevelsberger
Kirmesverein mit seiner Hammerschmiedfete nun auch ganz offiziell den
Countdown dazu ein. Bei strahlendem Wetter und sommerlichen
Temperaturen hatten Uli und Ingrid Russmann am Pfingstmontag die Tore
und Türen zu ihrer Schmiede in der Brunnenstraße geöffnet, damit
die Symbolfigur der Gevelsberger Kirmes traditionell seine Fete
steigen lassen konnte.
Mit
der Hammerschmiedfete wird alljährlich die heiße Phase zur
Gevelsberger Kirmes eingeläutet, der schrägsten Kirmes Europas.
In
diesem Jahr war es jedoch ein wenig anders, wie der Vorsitzende vom
Gevelsberger Kirmesverein, Markus Loetz bemerkte. Mit Blick in
Richtung Symbolfigur stellte er bei seiner Begrüßung fest, dass
„wir heute alle irgendwie doppelt sehen“. Was daran lag, dass
neben ihm nicht nur „usse kommissarischer Hammerschmiett“ Bernd
Matthäi stand, sondern auch dessen Geselle Joel Timmerbeil, der bei
guter Arbeit und entsprechender Leistung schon bald in dessen
Fußstapfen treten könnte. Eine Besonder-heit, die sich aus den
bekannten Ereignissen der Jahreshauptversammlung ergeben hatte.
In
seiner bekannten spitzfindigen Art ließ Hammerschmied Matthäi die
Gäste wissen, dass man beim Kirmesverein erst einmal „das Alte
aufbraucht, bevor etwas Neues kommt“. Erfreut zeigte er sich, dass
man ihm mit Joel einen Geselle zur Seite gestellt hätte, bei dem man
spürt, welch Feuer der Begeisterung in ihm lodere. Und das in
Zeiten, wo es gar nicht so einfach ist „gutes Fachpersonal zu
bekommen“. Bevor er dem Jung-spund das Mikrofon in die Hand drückte,
wolle es der Muschel-schubser, wie Bernd Matthäi während seiner
Amtsperiode im-mer wieder genannt wurde, nicht versäumen noch rasch
Bürgermeister Claus Jacobi, die heimische Landtagsabgeordnete Ina
Blumenthal sowie die einzelnen Abordnungen aus den Nachbarstädten
Schwelm, Voerde und Haspe bei der Hammer-schmiedfete 2026 willkommen
zu heißen.
Und
dann war es soweit, mit einem „Leiwe Lü“ leitete Joel Timmerbeil
seine Begrüßungsworte ein und berichtete zunächst einmal davon,
wie es eigentlich dazu kam, dass er Geselle wurde. „Ich erhielt
einen Anruf und wurde gefragt, ob ich mir das vorstellen könnte.“
Für den 30-jährigen ging in diesem Moment ein Traum in Erfüllung.
Bereits mit sechs Jahren nahm er erstmals am Gevelsberger Kirmeszug
teil und trat mit 14 Jahren der Kirmesgruppe „Börkey“ bei. Brauchtum und Tradition seinen zwei wichtige Güter innerhalb einer
Gesellschaft, sagte er. „Es steckt so viel dahinter, was es gilt zu
pflegen und zu erhalten.“ Auch wenn ihm, wie er zugeben musste, in
diesem Augenblick „ganz schön der Stift“ gehen würde, ließ er
alle Anwesenden wissen, dass es „eine Ehre“ sei, das
Kirmesbrauchtum nach außen hin zu repräsentieren. Außerdem freue
er sich schon darauf, mit vielen Menschen ins Gespräch zu kommen,
die beson-dere Atmosphäre rund um die Kirmes von einer ganz anderen
Seite sehen und erleben zu dürfen. Worte, die großen Beifall fanden
und bei Joel den innere Stein der Anspannung fallen ließen. Kurz
gesagt: Prüfung „Hammerschmiedfete“ – Haken dran, bestanden!
Traditionell
stand bei dieser Fete für alle der Zapfhahn offen, es gab
ausreichend Zeit zum Plaudern und das Team von FFT
Eventmanagement
(Fritz
Drüppel, Timmo Heintze und Felix Lemmer) hatte
den Grill angeschmissen, um die Gäste kulinarisch mit Brat- bzw.
Currywurst sowie herzhaften Steaks zu verwöhnen
Selbstverständlich hielt man auch diesmal wieder am Brauch fest,
einige Kirmesaktive, die sich seit mittlerweile 20 Jahre aktiv im
Kirmesgeschehen engagieren, zu ehren. Und das waren nicht gerade
wenige. Über eine goldene Ehrennadel und der dazugehörenden Urkunde
freuten sich: Patrick Brenken, Mandy De Heel, Fabian Fischer und
Stefan Kaiser von der KG „Börkey“, Dennis Wenzel von der KG
„Hippendorf“, Dirk Tubbenthal sowie Thomas Borgmeier von der KG
„Mühlenhämmer“. Desweiteren wurden Yvonne Häger und Christian
Englert von den „Fidelen Vogelsanger 2.0“ und aus den Reihen der
Zugleitung Stefan Geppert ausgezeichnet.
Es
ist eine gute alte Tradition, dass der Gevelsberger Kirmesverein bei
der Hammerschmiedfete all jene Kirmesfreundinnen und -freunde
auszeichnet, die sich seit 20 Jahren aktiv für die Gevelsberger
Kirmes einsetzen.
Die
heiße Phase zur schrägsten Kirmes; sie hatte damit begonnen. „Und
es wird wieder großartig“ so der abschließende Kommentar von
Markus Loetz, dem Hammerschmied-Geselle Joel Timmerbeil nur zustimmen
konnte und alle dazu einlud, vom 26. bis 30. Juni 2026 dem bunten
Treiben beizuwohnen. Getreu dem Motto: Wat sall ek dann am
Ballermann®,
wann ek op dä Kiärmis kann? André Sicks
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