Donnerstag, 29. Oktober 2026

Spannender Blick hinter die Kulissen

Wie sagt man doch so schön: „Wenn Engel reisen...“
Und diese Aussage traf nun auch auf die Frauengruppe vom VdK Gevelsberg zu. 24 Damen starteten kürzlich bei strömendem Regen zu einem Tagesausflug nach Köln und kamen dort bei strahlendem Sonnen-schein an. „Auf unserem Programm stand eine Besichtigung mit fachkundiger Führung durch das im Jahre 1952 fertig gestellten Funkhaus vom Westdeutschen Rundfunk“, erzählte Elke Brüninghaus. Gemeinsam mit ihrer Stellvertreterin Susanne Steinat hatte die Frauenbeauftragte des Gevelsberger Sozialverbands im Vorfeld alles organisiert, so dass die Teilnehmerinnen einen spannenden Blick hinter die Kulissen der größte Sendeanstalt innerhalb der ARD erhaschen konnten.
 
Ein Tagesausflug führte die Frauengruppe vom VdK Gevelsberg an den Rhein nach Köln, wo die Teilnehmerinnen eine informative und spannende Führung durch das Funkhaus vom WDR erlebten. 

So schnupperte die Gruppe zum Beispiel Fernsehluft in den Studios, wo das Morgenmagazin, kurz MoMa genannt, produziert wird und wo jeden Abend live die „Aktuelle Stunde“ ausgestrahlt wird. Hunderte von nummerierten Scheinwerfern an der Decke sorgen dabei für das richtige Licht und auf dem Boden ließen sich etliche nummerierte Markierungen finden.
Nicht schlecht staunte man über einen fahrbaren Kamerakran und die vielen Kameras mit ein-gebauten Tele-Promptern. „Die Kunst der Sprecher sei es, nicht zu erkennen, dass mit den Augen abgelesen wird“, erläuterte man den VdKlerinnen und ließ sie wissen, dass Modera-tionskarten, die trotzdem gehalten würden, für Sicherheit beim Stehen und eine aufrechte Haltung sorgen. 
Im Hörspielstudio kam die Gruppe wenig später dann mit einem seltenen, aber immer noch beliebten Genre in Berührung. Verschiedene Bodenuntergründe erzeugen unterschiedliche Schrittgeräusche, ein Holz-tisch hatte viele kleine Löcher, damit der Schall beim Sprechen nicht reflektiert. Interessant zu hören war auch, dass die Akteure eines Hörspiel-Tatorts über verschiedene Treppen rennen und so den Schein prägen, es würde sich um Außenaufnahmen handeln. Geräusche werden vor Ort mit verschiedenen Hilfsmitteln gemacht oder kommen aus einem riesigen Geräuschearchiv. 

Zwei weitere Highlights die das durch den Architekten Peter Friedrich Schneider errichtete Funkhaus so einzigartig machen, so Elke Brüninghaus, seien zum einen die unterschiedlich gestalteten Glasfenster des Künstlers Georg Meistermann und ein seltener Paternoster, dessen 16 Fahrkörbe im Schneckentempo laufen, der aber „ausschließlich nur von Mitarbeitern genutzt werden darf“.
 
Georg Meistermann realisierte 1952 ein spektakuläres, über vier Geschosse sich erstreckendes Glasfenster für das Haupttreppenhauses im WDR Funkhaus; dem Paternoster in dem Gebäude am Wallrafplatz widmete Literaturnobelpreisträger Heinrich Böll sogar ein eigenes Hörspiel. 

Nach der informativen Führung versammelte sich die Gevelsberger Reisegruppe in der Pizzeria „mama trattoria“ um gestärkt die Rückfahrt antreten zu können. Bei dieser Gelegenheit sprachen Elke Brüninghaus und Susanne Steinat noch ein großes Dankeschön in Richtung Wilfried Ortmann aus. Es sei ihm gelungen, so berichtete das VdK-Duo abschließend, die vielen Baustellen mit denen Köln gespickt sei, versiert zu umfahren, so dass man „pünktlich am Funkhaus“ eintraf.                                           André Sicks