Mittwoch, 28. Oktober 2026

Gesundheit: „Kinder im Fokus“ liefert kompakten Überblick

Wie gesund sind die Kinder im Ennepe-Ruhr-Kreis?
Wie gut sind sie auf den Schulstart vorbereitet? Und wie steht es um ihre Zahngesundheit? Kompakte Antworten auf diese Fragen liefert für den Ennepe-Ruhr-Kreis erstmals der Gesundheitsbericht „Kinder im Fokus". 

Auf mehr als 70 Seiten werden die Daten aus Schuleingangsunter-suchungen sowie zahnärztlichen Untersuchungen in Grundschulen dargestellt. Neben den kreisweiten Ergebnissen liefert der Bericht auch Hinweise auf bestehende Präventionsangebote und mögliche Handlungs-felder. Der Blick in den Bericht zeigt: Viele Kinder bringen gute gesundheitliche Voraussetzungen mit. Allerdings ist in der Schuleingangs-untersuchung bei mehr als der Hälfte der Kinder mindestens ein auffälliger Befund zu verzeichnen und bei rund 17 Prozent empfehlen die Ärztinnen des Gesundheitsamtes mit Blick auf die weitere Entwicklung eine erstmalige oder erneute ärztliche Abklärung. 
Zu weiteren Entwicklungsbereichen heißt es: Rund 20 Prozent der Kinder im Ennepe-Ruhr-Kreis zeigen Schwierigkeiten im Umgang mit Zahlen und Mengen und in der Körperkoordination wurde bei knapp einem Viertel der Kinder Grenzwertiges oder Auffälliges festgestellt. Interessant: Je länger Kinder eine Kita besuchen, desto häufiger waren die Untersuchungsergeb-nisse unauffällig. Aufschlussreich sind auch die Daten zur Sprach-kompetenz. Bei Kindern mit Deutsch als Erstsprache ist sie bei rund drei Viertel altersgerecht. Anders stellt sich die Situation bei Kindern dar, die mit einer anderen Erstsprache aufwachsen: Hier zeigten 70 Prozent der untersuchten Kinder keine altersgerechte Sprachkompetenz in der Untersuchung. 
„Die Ergebnisse verdeutlichen, wie wichtig es ist, die sprachliche Ent-wicklung frühzeitig in den Blick zu nehmen und Kinder entsprechend ihrem individuellen Bedarf zu fördern. Sprache ist schließlich eine wesentliche Voraussetzung, um sich mit anderen austauschen und erfolgreich lernen zu können", macht Petra Steding, Sachgebietsleiterin Kinder- und Jugend-gesundheit der Kreisverwaltung deutlich.
 
Erfreuliche Erkenntnisse liefert der Bericht für die Gesundheitsvorsorge. Die Teilnahmequoten an den aus-gewerteten Früherkennungsunter-suchungen liegen zwischen 90 und 93 Prozent. Von den Kindern, für die ein Impfpass vorgelegt wurde, verfügten knapp 95 Prozent über einen vollständigen Masernimpf-schutz. Auch zur Zahngesundheit liefert „Kinder im Fokus" kompakte Informationen. Hier machen die Zahlen unter anderem deutlich: Karies ist bereits im Grundschulalter weit verbreitet. Beispielsweise hatten 47 Prozent der Kinder in den zweiten Klassen bereits Karieserfahrung im Milchgebiss, 70 Prozent der Betrof-fenen hatten zudem mindestens einen unbehandelten kariösen Milchzahn. Der Bericht dokumentiert mit Blick auf das Kariesrisiko zudem Unterschiede zwischen den Grundschulen. 
„Der Kindergesundheitsbericht bestärkt uns in unserem Ansatz, sehr frühzeitig und kontinuierlich auf Vorsorgeangebote zu setzen. Er liefert uns eine wichtige Grundlage, um präventive Strukturen gezielt weiterzuent-wickeln und auszubauen", so Steding. Als ein Beispiel führt sie das aktualisierte Kitaprogramm „RückENwind" an. Hier werde sehr gezielt versucht, bereits die ganz Jungen zu erreichen. Das Programm unterstützt Kinder, Familien und pädagogische Fachkräfte in den Bereichen Bewegung, Gefühle, Sprache und Entwicklung. Derzeit beteiligen sich in den neun kreisangehörigen Städten 57 Kindertageseinrichtungen. Im Bereich der Zahngesundheit stehe die Initiative „Kita mit Biss" für Vorsorge. 

Stichwort Kindergesundheitsbericht 2026 
Erstellt wurde „Kinder im Fokus" von Theresa Thien aus der Abteilung Gesundheits-, Sozial- und Pflegeplanung der Kreisverwaltung. Für den Zeitraum von August 2024 bis Juli 2025 wertete sie die Daten von mehr als 3.000 Schuleingangsuntersuchungen und rund 5.000 zahnärztlichen Untersuchungen in Grundschulen aus. 
„Der Kindergesundheitsbericht bietet einen Überblick über den aktuellen Stand der verfügbaren Daten zur Gesundheit von Kindern. Die dargestellten Daten zeigen den Status quo und Unterschiede auf, erlauben jedoch keine unmittelbaren Rückschlüsse auf deren Ursachen. Es werden bestehende Präventionsangebote dargestellt und mögliche Handlungsfelder abgeleitet, um mögliche Ansatzpunkte für die weitere Förderung der Kindergesundheit aufzuzeigen.", macht Thien deutlich.                                 Ennepe-Ruhr-Kreis