Wie gut sind sie auf den
Schulstart vorbereitet? Und wie steht es um ihre Zahngesundheit?
Kompakte Antworten auf diese Fragen liefert für den
Ennepe-Ruhr-Kreis erstmals der Gesundheitsbericht „Kinder im
Fokus".
Auf
mehr als 70 Seiten werden die Daten aus Schuleingangsunter-suchungen
sowie zahnärztlichen Untersuchungen in Grundschulen dargestellt.
Neben den kreisweiten Ergebnissen liefert der Bericht auch Hinweise
auf bestehende Präventionsangebote und mögliche Handlungs-felder.
Der Blick in den Bericht zeigt: Viele Kinder bringen gute
gesundheitliche Voraussetzungen mit. Allerdings ist in der
Schuleingangs-untersuchung bei mehr als der Hälfte der Kinder
mindestens ein auffälliger Befund zu verzeichnen und bei rund 17
Prozent empfehlen die Ärztinnen des Gesundheitsamtes mit Blick auf
die weitere Entwicklung eine erstmalige oder erneute ärztliche
Abklärung.
Zu
weiteren Entwicklungsbereichen heißt es: Rund 20 Prozent der Kinder
im Ennepe-Ruhr-Kreis zeigen Schwierigkeiten im Umgang mit Zahlen und
Mengen und in der Körperkoordination wurde bei knapp einem Viertel
der Kinder Grenzwertiges oder Auffälliges festgestellt. Interessant:
Je länger Kinder eine Kita besuchen, desto häufiger waren die
Untersuchungsergeb-nisse unauffällig. Aufschlussreich sind auch die
Daten zur Sprach-kompetenz. Bei Kindern mit Deutsch als Erstsprache
ist sie bei rund drei Viertel altersgerecht. Anders stellt sich die
Situation bei Kindern dar, die mit einer anderen Erstsprache
aufwachsen: Hier zeigten 70 Prozent der untersuchten Kinder keine
altersgerechte Sprachkompetenz in der Untersuchung.
„Die
Ergebnisse verdeutlichen, wie wichtig es ist, die sprachliche
Ent-wicklung frühzeitig in den Blick zu nehmen und Kinder
entsprechend ihrem individuellen Bedarf zu fördern. Sprache ist
schließlich eine wesentliche Voraussetzung, um sich mit anderen
austauschen und erfolgreich lernen zu können", macht Petra
Steding, Sachgebietsleiterin Kinder- und Jugend-gesundheit der
Kreisverwaltung deutlich.
Erfreuliche
Erkenntnisse liefert der Bericht für die Gesundheitsvorsorge. Die
Teilnahmequoten an den aus-gewerteten Früherkennungsunter-suchungen
liegen zwischen 90 und 93 Prozent. Von den Kindern, für die ein
Impfpass vorgelegt wurde, verfügten knapp 95 Prozent über einen
vollständigen Masernimpf-schutz. Auch zur Zahngesundheit liefert
„Kinder im Fokus" kompakte Informationen. Hier machen die
Zahlen unter anderem deutlich: Karies ist bereits im Grundschulalter
weit verbreitet. Beispielsweise hatten 47 Prozent der Kinder in den
zweiten Klassen bereits Karieserfahrung im Milchgebiss, 70 Prozent
der Betrof-fenen hatten zudem mindestens einen unbehandelten kariösen
Milchzahn. Der Bericht dokumentiert mit Blick auf das Kariesrisiko
zudem Unterschiede zwischen den Grundschulen.
„Der
Kindergesundheitsbericht bestärkt uns in unserem Ansatz, sehr
frühzeitig und kontinuierlich auf Vorsorgeangebote zu setzen. Er
liefert uns eine wichtige Grundlage, um präventive Strukturen
gezielt weiterzuent-wickeln und auszubauen", so Steding. Als ein
Beispiel führt sie das aktualisierte Kitaprogramm „RückENwind"
an. Hier werde sehr gezielt versucht, bereits die ganz Jungen zu
erreichen. Das Programm unterstützt Kinder, Familien und
pädagogische Fachkräfte in den Bereichen Bewegung, Gefühle,
Sprache und Entwicklung. Derzeit beteiligen sich in den neun
kreisangehörigen Städten 57 Kindertageseinrichtungen. Im Bereich
der Zahngesundheit stehe die Initiative „Kita mit Biss" für
Vorsorge.
Stichwort
Kindergesundheitsbericht 2026
Erstellt
wurde „Kinder
im Fokus" von Theresa Thien aus der Abteilung Gesundheits-,
Sozial- und Pflegeplanung der Kreisverwaltung. Für den Zeitraum von
August 2024 bis Juli 2025 wertete sie die Daten von mehr als 3.000
Schuleingangsuntersuchungen und rund 5.000 zahnärztlichen
Untersuchungen in Grundschulen aus.
„Der
Kindergesundheitsbericht bietet einen Überblick über den aktuellen
Stand der verfügbaren Daten zur Gesundheit von Kindern. Die
dargestellten Daten zeigen den Status quo und Unterschiede auf,
erlauben jedoch keine unmittelbaren Rückschlüsse auf deren
Ursachen. Es werden bestehende Präventionsangebote dargestellt und
mögliche Handlungsfelder abgeleitet, um mögliche Ansatzpunkte für
die weitere Förderung der Kindergesundheit aufzuzeigen.", macht
Thien deutlich. Ennepe-Ruhr-Kreis

