Montag, 20. Juli 2026

Sichtbares Zeichen zum Erhalt der Stadtgeschichte

In den Anfängen des Bergbaus
im Schlebuscher Revier mussten die Kohlen zu den Schmieden und Hämmern im Tal der Ennepe transportiert werden. Mit Pferden und Karren ging es vor allem im Winter nur Stück für Stück vorwärts. Als Eisenbahn-pionier ersten Ranges betätigte sich der Wetteraner Unternehmer und Politiker Friedrich Harkort, der die Pferdebahn 1876 durch Eisenbahnen ersetzte. Mit der Verlängerung bis zur Hasper Stahlhütte ging diese mehr und mehr in den Besitz der Hütte über. Und durch den Anschluss der Zeche Vereinigte Trappe an die Eisenbahn von Schee nach Silschede wurde die Harkort'sche Kohlebahn 1889 bedeutungslos. Ab 1900 wurden die Kohlentransporte dann gänzlich eingestellt.
 
Um an diesen Teil der Gevelsberger Stadtgeschichte zu erinnern, hatte die CDU Gevelsberg im Jahre 1977 bei der ehemaligen Gießerei Dieckerhoff eine gusseiserne Hinweistafel anfer-tigen lassen, die entlang der ehe-maligen Bahntrasse aufgestellt wurde, um Spaziergänger, Wanderer und Radfahrer über die historische Be-deutung der Kohlenbahn für Silschede und die Region zu informieren. 
Nachdem die originale gusseiserne Tafel jedoch vor einiger Zeit von Metalldieben gestohlen wurde, ging nicht nur ein Informationspunkt, son-dern auch ein besonderes Zeugnis Gevelsberger Industriegeschichte ver-loren. Ein schmerzlicher Verlust, auch hinsichtlich der Tatsache, dass die Gießerei Dieckerhoff heute nicht mehr existiert.
 
Damit jedoch die Erinnerung an die Geschichte der Kohlenbahn leben-dig bleibt, ließ die CDU-Fraktion im Rat der Stadt Gevelsberg nun eine neue Informationstafel anfertigen, die sie am ursprünglichen Standort aufstellte. „Die Geschichte unserer Stadt endet nicht in Archiven – sie soll dort sichtbar sein, wo sie sich ereignet hat“, erklärte Hans-Günther Adrian, Vorsitzender der CDU-Fraktion, bei der offiziellen Übergabe. „Mit dieser neuen Infor-mationstafel bewahren wir ein Stück Silscheder und Gevelsber-ger Identität und machen es für kommende Generationen erleb-bar.“ 
Dank vorhandener Fotografien der ursprünglichen Tafel konnte im Vorfeld deren Text vollständig rekonstruiert werden. Bei der Überarbeitung und behutsamen Aktualisierung der historischen Informationen standen der Vorsitzende vom Gevelsberger Heimatverein, Andreas Belz, sowie Bernhard Bösken, Vorsitzender der Silscheder Interessengemeinschaft, der CDU-Fraktion mit ihrer fachlichen Expertise und ihren historischen Kenntnissen zur Seite. „Ohne diese Unterstützung wäre eine originalgetreue Wieder-herstellung der historischen Informationen nicht möglich gewesen“ ließ Hans-Günther Adrian die Anwesenden wissen und sprach beiden, wie auch allen anderen Mitwirkenden, im Namen seiner Fraktion ein herzliches Dankeschön aus.
 
Hans-Günther Adrian (links) und Andreas Belz freuten sich, dass die neue Informationstafel nun wieder an ihrem ursprünglichen Standort steht.

Mit der Neuaufstellung der Infor-mationstafel setzte die CDU-Frak-tion ein sichtbares Zeichen für den Erhalt der Gevelsberger Stadt-geschichte. Ein wichtiges, dass es möglich macht sich fortan über die Bedeutung der ehemaligen Koh-lenbahn zu informieren – und ein Stück der industriellen Vergan-genheit Silschedes an authenti-scher Stelle zu entdecken.                                                   André Sicks