im Schlebuscher Revier mussten die Kohlen
zu den Schmieden und Hämmern im Tal der Ennepe transportiert werden.
Mit Pferden und Karren ging es vor allem im Winter nur Stück für
Stück vorwärts. Als Eisenbahn-pionier ersten Ranges betätigte sich
der Wetteraner Unternehmer und Politiker Friedrich Harkort, der die
Pferdebahn
1876
durch Eisenbahnen ersetzte. Mit
der Verlängerung bis zur Hasper Stahlhütte ging diese mehr und
mehr in den Besitz der Hütte über. Und durch den Anschluss der
Zeche Vereinigte Trappe an die Eisenbahn von Schee nach Silschede
wurde die Harkort'sche Kohlebahn 1889 bedeutungslos. Ab 1900 wurden
die Kohlentransporte dann gänzlich eingestellt.
Um
an diesen Teil der Gevelsberger Stadtgeschichte zu erinnern, hatte
die CDU Gevelsberg im Jahre 1977 bei der ehemaligen Gießerei
Dieckerhoff eine gusseiserne Hinweistafel anfer-tigen lassen, die
entlang der ehe-maligen Bahntrasse aufgestellt wurde, um
Spaziergänger, Wanderer und Radfahrer über die historische
Be-deutung der Kohlenbahn für Silschede und die Region zu
informieren.
Nachdem
die originale gusseiserne Tafel jedoch vor einiger Zeit von
Metalldieben gestohlen wurde, ging nicht nur ein Informationspunkt,
son-dern auch ein besonderes Zeugnis Gevelsberger Industriegeschichte
ver-loren. Ein schmerzlicher Verlust, auch hinsichtlich der Tatsache,
dass die Gießerei Dieckerhoff heute nicht mehr existiert.
Damit
jedoch die Erinnerung an die Geschichte der Kohlenbahn leben-dig
bleibt, ließ die CDU-Fraktion im Rat der Stadt Gevelsberg nun eine
neue Informationstafel anfertigen, die sie am ursprünglichen
Standort aufstellte. „Die Geschichte unserer Stadt endet nicht in
Archiven – sie soll dort sichtbar sein, wo sie sich ereignet hat“,
erklärte Hans-Günther Adrian, Vorsitzender der CDU-Fraktion, bei
der offiziellen Übergabe. „Mit dieser neuen Infor-mationstafel
bewahren wir ein Stück Silscheder und Gevelsber-ger Identität und
machen es für kommende Generationen erleb-bar.“
Dank
vorhandener Fotografien der ursprünglichen Tafel konnte im Vorfeld
deren Text vollständig rekonstruiert werden. Bei der Überarbeitung
und behutsamen Aktualisierung der historischen Informationen standen
der Vorsitzende vom Gevelsberger Heimatverein, Andreas Belz, sowie
Bernhard Bösken, Vorsitzender der Silscheder Interessengemeinschaft,
der CDU-Fraktion mit ihrer fachlichen Expertise und ihren
historischen Kenntnissen zur Seite. „Ohne diese Unterstützung wäre
eine originalgetreue Wieder-herstellung der historischen Informationen
nicht möglich gewesen“ ließ Hans-Günther Adrian die Anwesenden
wissen und sprach beiden, wie auch allen anderen Mitwirkenden, im
Namen seiner Fraktion ein herzliches Dankeschön aus.
Hans-Günther
Adrian (links) und Andreas Belz freuten sich, dass die neue
Informationstafel nun wieder an ihrem ursprünglichen
Standort steht.
Mit
der Neuaufstellung der Infor-mationstafel setzte die CDU-Frak-tion ein
sichtbares Zeichen für den Erhalt der Gevelsberger Stadt-geschichte.
Ein wichtiges, dass es möglich macht sich fortan über die Bedeutung
der ehemaligen Koh-lenbahn zu informieren – und ein Stück der
industriellen Vergan-genheit Silschedes an authenti-scher Stelle zu
entdecken. André Sicks



