und zu allen Themen. Ob Spannung,
Unterhaltung, Wissen: Lesen ist Kino im Kopf und eine Reise in fremde
Welten. Es ist aber auch eine wichtige Kulturkompetenz und die Basis
für Erfolg auf dem Bildungsweg und im Berufsleben. Darüber hinaus
ermöglicht Lesen Meinungsbildung und Teilhabe am gesellschaftlichen
Leben. Umso alarmierender scheint es da, dass über ein Viertel der
Grundschulabsolventinnen und -absolventen nicht sinnentnehmend lesen
kann.
Der
Vorlesewettbewerb des Deutschen Buchhandels, der unter der
Schirmherrschaft des Bundespräsidenten steht, zählt seit 1959 zu
den größten bundesweiten Schülerwettbewerben und ist eine gute
Voraus-setzung, um den Spaß am Lesen für sich zu entdecken und
andere damit anzustecken. Er startet alljährlich im Oktober an den
weiterführenden Schulen und verläuft danach über mehrere regionale
und überregionale Etappen bis zum Landesentscheid und
darauffolgenden Bundesfinale im Sommer. 19 Mädchen und Jungen, die
im Vorfeld bereits an ihren Schulen als beste Vorleser für den
Ennepe-Ruhr-Kreis ermittelt worden waren, traten nun zum großen
Kreisfinale an. Ein Event, das seit vielen Jahren mit großem Einsatz
und Engagement von der Buchhandlung Appelt organisiert wird und
dessen Schauplatz die Stadtbücherei Gevelsberg ist. Zunächst
waren die Schülerinnen und Schüler gefordert, drei Minuten aus
einem selbst gewählten Buch, das sie auch kurz vorstellten,
vorzulesen. Dabei achtete die vierköpfige Fachjury, bestehend aus
dem renommierten Kinder- und Jugendbuchautor Jürgen Banscherus,
Büchereileiterin Stephanie Kron, dem ehemaligen Lehrer Lutz
Klingelberg sowie Cecilia Kuschmann, Auszubildende der Buchhandlung
Appelt, auf die Lesetechnik, die Interpretation der Textpassage sowie
die Textauswahl. Nach einer kurzen Pause galt es nun, einen fremden
Text vorzutragen, bei dem ebenfalls Lesetechnik und Interpretation
mit in die Bewertung flossen. Als Fremdtext hatte die Stiftung
Buchkultur / Leseförderung des Börsenvereins des Deutschen
Buchhandels, die den Vorlesewettbewerb bundesweit veranstaltet, in
diesem Jahr das Jugendbuch „Rocky Winterfeld“ ausge-wählt.
Autorin Marie Hüttner beschreibt darin eine Geschichte über die
Suche nach wahrer Freundschaft und das Überwinden blockierender
Ängste. Bei beiden Durchgängen war in der Räumlichkeit der
Stadtbücherei kein Laut zu hören. Die ganze Zeit über lag eine
gewisse Spannung in der Luft, die insbesondere für die anwesenden
Eltern, Großeltern und Geschwister zum Greifen nahe war. Auch bei
der Fachjury, die sich am Ende mit ihrer Entscheidung schwertat, da,
so ließ das Bewertungsgremium verlauten, die meisten Kinder beim
Fremdtext beeindruckend gut gelesen haben. Am
Ende hieß der Sieger beim diesjäh-rigen Kreisfinale Emil Baumeister
und kam aus der Klasse 6a vom Märkischen Gymna-sium Schwelm. Er hatte
sich für seinen persönlichen Vortrag „Crazy Family“ von Markus
Orths ausge-sucht, eine wahrhaftig tolle Geschichte voller Komik,
irrwitziger Figu-ren und einer rasant-dynamischen Hand-lung. Ein
intermedial inspiriertes Vorlese-vergnügen, das mit Erwartungen und
Rollenmustern bricht, wo es nur kann. Mit guter Lautstärke,
angemessenem Tempo und ausdrucksstarker Betonung las Emil vor. Dabei
gestaltete er den Text sehr lebendig, verlieh den einzelnen Figuren
die passende Stimme. Weil er zudem auch den Fremdtext, den keiner der
Teilnehmenden vorher kannte, sicher und souverän vortrug und durch
die passende Betonung bewies, dass er diesen schnell erfasst hatte,
erhielt er schließlich von der Jury die meisten Punkte.
Alle
Finalisten erhielten bei der Siegerehrung eine Urkunde sowie das
Buch, aus dem sie den Fremdtext vorlesen mussten. Emil Baumeister
wird nun den Ennepe-Ruhr-Kreis beim Vorlesewettbewerb auf
Bezirksebene vertre-ten, Termin ist im März oder April. Im
Erfolgsfall könnte es dann im Mai zum Landesentscheid gehen, das
Bundesfinale findet im Juni statt. André Sicks
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