die nicht am
selben Ort oder viele Kilometer entfernt leben. Sie organisieren
Hilfen vor Ort, stehen oft täglich telefonisch in Kontakt mit ihren
Angehörigen und versuchen, die wachsende Pflegeverantwortung mit
ihren beruflichen Aufgaben zu vereinbaren. Hierfür hat sich der
Ausdruck „Long Distance Care" durchgesetzt. In der neuen Folge
des Podcast „reingehört" spricht Kerstin Lohmann, über ihre
beruflichen und persönlichen Erfahrungen zum „Kümmern mit
Abstand".
„Ich
brauche im Grunde zwei Netzwerke…meine Familie hier, wo ich lebe
und ein Netzwerk vor Ort, wo mein Vater lebt", weiß Kerstin
Lohmann, als pflegende Angehörige die sich um ihren 200 Kilometer
entfernt lebenden Vater kümmert. Nicht kurzfristig vor Ort sein zu
können, wenn ihr Vater Hilfe oder Nähe braucht, ist für sie oft
nicht leicht: „Es ist belastend, nicht so da sein zu können, wie
er sich das wünscht und auch wieder wegfahren zu müssen".
Beruflich
ist Lohmann als Fachreferentin Gesundheitsförderung NRW und als
Koordinatorin der Gesundheitsselbsthilfe NRW beim Paritätischen
Landesverband NRW tätig. „Ich habe das große Glück, mobil
arbeiten zu können. Mein Arbeitgeber ermöglicht außerdem den
kollegialen Austausch zur „Vereinbarkeit von Beruf und Pflege",
so Lohmann. Nicht in jedem Job ist das möglich, wenn pflegende
Angehörige beispielsweise in Jobs tätig sind, die permanente
Präsenz erfordern. Ideen
oder Empfehlungen an Arbeitgeber und Arbeitgeberinnen, wie sie in
einer solchen Situation ihre Angestellten entlasten können oder wie
professionelle Arbeitskräfte, Pflegeberater, Beraterinnen und
Pflegelots-innen und Pflegelotsen dabei mithelfen können, sind unter
anderen Themen in der aktuellen Podcast-Folge.
Die
Folge ist bereits die achtzehnte der 2022 gestarteten Reihe
„reingehört". Genutzt werden die einzelnen Episoden – Länge
zwischen 6 und 17 Minuten – um Praktikerinnen und Praktiker aus dem
Ennepe-Ruhr-Kreis über ihre Erfahrungen mit dem Spagat aus Arbeit
und Pflege, ihren Arbeits- und Familienalltag oder auch die Angebote
in ihrem Unternehmen berichten zu lassen. Zudem greifen Beratende und
weitere Fachkundige aus der Region regelmäßig Themen auf, die
pflegende Angehörige bewegen.
Beispielhafter
Blick auf die veröffentlichten Podcasts: Die AVU und die Hattinger
Wohnungsgenossenschaft hwg eG berichten aus Unternehmens-sicht
darüber, wie sich Beruf und Pflege vereinbaren lassen, das Angebot
der Pflegelotsin im Unternehmen wird vorgestellt und die
Stressbewältigung für pflegende Angehörige wird ebenso
aufgegriffen wie die Situation pflegender Eltern. Ebenfalls
„reingehört" werden kann in die Bereiche demenzielle
Erkrankungen, ambulante Hospizdienste sowie Pflege- und Wohnberatung.
„Zu
finden sind alle Episoden auf unserer Internetseite
www.arbeiten-pflegen-leben.de und auf den Plattformen, auf denen
Podcasts vor allem gesucht werden – also beispielsweise auf Spotify
und Apple Podcasts", berichtet Beermann. Gesucht werden sollte
nach „´reingehört´ in arbeiten-pflegen-leben."
Stichwort Kampagne
Die
vom Netzwerk W(iedereinstieg) im Ennepe-Ruhr-Kreis gestartete
Kampagne „arbeiten – pflegen - leben" war eine der ersten
Initiativen in Nordrhein-Westfalen, die das Thema Vereinbarkeit von
Beruf und Pflege aufgegriffen und Unternehmen wie Beschäftigte in
der Region gezielt angesprochen hat. Seit
2012 stellen die Organisatorinnen unter anderem Informationen zur
Ver-fügung, qualifizieren Ansprechpersonen in Unternehmen und
vernetzen Interes-sierte. Im Rahmen der Kampagnenarbeit dokumentieren
inzwischen fast 40 Unternehmen öffentlichkeitswirksam, wie sie ihre
Beschäftigten dabei unterstützen, wenn es darum geht, Beruf und
Pflege im Interesse aller Beteiligten bestmöglich unter einen Hut zu
bekommen.
Wer
mehr wissen möchte, findet Infos auf www.arbeiten-pflegen-leben.de
oder kann sich an Christa Beermann, Demografiebeauftragte der
Kreisver-waltung und Kampagnenmanagerin, per E-Mail:
C.Beermann@en-kreis.de oder telefonisch unter der Rufnummer +49 (0)
23 36 / 93 22 23 wenden. Ennepe-Ruhr-Kreis


