Mit einen europaweiten Notruftag
werben die EU-Staaten seit Jahren für die 112. Die klare Botschaft
an die Bürger: Egal, wo man sich in Europa aufhält, unter der 112
erreicht man immer eine Leitstelle, die je nach Notfall die
zuständigen Organisationen wie Polizei, Rettungsdienst oder
Feuerwehr alarmiert. Ob bei einem Brand oder einem Verkehrsunfall,
bei bedrohlichen gesundheitlichen Zwischenfällen oder bei einem
Unglück im Haushalt: Gibt es einen Notfall, ruft man unter der 112
kompetente, schnelle und in vielen Fällen auch lebensrettende Hilfe.
Am
11. Februar 2014 spielten auf dem Flughafen Stuttgart Schülerinnen
und Schüler der Musikschule Leinfelden-Echterdingen, Schönbuch und
Stuttgart anlässlich des Euronotruftages die Europahymne.
Hilfesuchende,
die dies im Ennepe-Ruhr-Kreis machen, landen in der Leitstelle im
Schwelmer Kreishaus. Von dort koordinieren insgesamt 34 speziell
ausgebildete Disponenten sämtliche Einsätze im Feuer- und
Kata-strophenschutz, im Rettungs- und Notarztdienst sowie im
Krankentransport in den neun kreisangehörigen Städten. „Wer einen
Notfall erlebt und über die 112 Hilfe ruft, befindet sich oftmals in
einer absoluten Ausnahme-situation", Kai Pohl, Ärztlicher Leiter
Rettungsdienst des Ennepe-Ruhr-Kreises. Weil dies so ist, setzt der
Kreis schon seit Jahren auf die sogenannte strukturierte
Notrufabfrage. Sie folgt dem Grundsatz „Der Mitarbeiter der
Leitstelle fragt, der Anrufer antwortet".
Dieses
Konzept reduziert die Anforderungen an die Anrufer erheblich. Um das
Abschweifen zu Nebensächlichkeiten zu verhindern und die wichtigsten
Fakten möglichst schnell zu erfahren, nehmen die Disponenten die
Gesprächsführung unmittelbar in ihre Hände. Sie führen die
Anrufer gezielt durch das Telefonat, um so möglichst schnell an alle
wichtigen Informa-tionen zu gelangen. Unterstützt und geleitet werden
sie dabei von einem Computerprogramm. Die Software sieht alle
möglichen Szenarien vor: Verbrennung, Platzwunden oder Vergiftung,
Zimmerbrand, Gasgeruch oder Explosion - nichts, was nicht
berücksichtigt ist. Frage für Frage und Antwort für Antwort wird
klarer, was der Anrufer unternehmen kann, welches Rettungsmittel zum
Einsatz kommen muss. "Sobald Ort und Art des Notfalls klar sind,
werden die ersten Einsatzkräfte vom Disponenten mit wenigen
Mausklicks und parallel zum Gespräch auf den Weg geschickt", so
Daniel Koch, operativer Leiter der Leitstelle. Ebenfalls
wichtig: Anrufer sollten den Anweisungen des telefonischen Gegenübers
unbedingt folgen und das Telefonat erst nach Aufforderung durch den
Mitarbeiter der Leitstelle beenden. Zudem sollten nach dem Notruf
keine weiteren Telefonate geführt werden. So bleibt die Leitung für
Rückfragen frei. „Verändert sich die Lage, unbedingt erneut die
112 wählen. Und wenn möglich, die eintreffenden Rettungskräften
schon an der Straße abfangen und ihnen den Weg zur Einsatzstelle
oder zum Patienten weisen", gibt Koch zwei weitere, wichtige
Hinweise.
Die
Arbeit in der Leitstelle hat sich im letzten Jahrzehnt stark
gewandelt. Anders als „früher" begleiten die
Leitstellendisponenten die Anrufer nach Abfrage der Informationen in
akuten Notfallsituationen solange telefonisch weiter, bis der
Rettungsdienst vor Ort ist. „Gerade bei lebensbedrohlichen
Zuständen wie beispielsweise Herzkreislaufstillständen werden die
Anrufen-den angeleitet, um die Laienreanimation einzuleiten. Dies ist
sehr wichtig, um das therapiefreie Intervall so kurz wie möglich zu
halten und somit die Überlebenschancen zu erhöhen" erklärt
Pohl.
Stichwort Leitstelle des Ennepe-Ruhr-Kreises
Die
Leitstelle koordiniert sämtliche Einsätze im Feuer- und
Kata-strophenschutz, im Rettungs- und Notarztdienst sowie im
Krankentransport im Ennepe-Ruhr-Kreis. Wie die Zahlen aus 2025
zeigen, ist das eine Mammutaufgabe. Die Disponenten - alles gelernte
Feuerwehrleute und rettungsdienstliche Fachkräfte - haben rund
187.000 Anrufe entgegen-genommen, ein Schnitt von 512 pro Tag. Die
Anrufe führten unter anderem zu gut 77.000 Alarmierungen von
Feuerwehren, Rettungsdienst und Katastrophenschutz. Ennepe-Ruhr-Kreis


