Dienstag, 22. September 2026

Team der Notfallseelsorge erhält Verstärkung

Wenn Rettungsdienst, Feuerwehr oder Polizei
im Einsatz sind oder waren, ist häufig auch die Notfallseelsorge gefordert. Nach plötzlichen Todesfällen, schweren Unfällen, Bränden oder anderen traumatischen Ereignissen stehen ihre ehrenamtlichen Kräfte Betroffenen, aber auch den Rettern zur Seite. Ein Blick auf die Zahlen zeigt: Dies ist immer häufiger der Fall. Während in der Notfallseelsorge Engagierte im Ennepe-Ruhr-Kreis 2025 durchschnittlich zwei- bis dreimal pro Woche alarmiert wurden, sind es 2026 inzwischen drei bis vier Einsätze. 
Da kommt weitere Verstärkung für das Team gerade recht. Im Rahmen eines Blaulichtgottesdienstes in der Lutherkirche in Wetter/Ruhr haben jetzt Barbara Schein, Marlies Grasmann, Sonja Brückner sowie eine weitere Engagierte, die nicht namentlich genannt werden möchte, ihren Dienst aufgenommen. Sie zählen ab sofort zu den kreisweit knapp 60 Notfallseelsorgern.
 
Die neuen Notfallseelsorgerinnen Barbara Schein, Marlies Grasmann und Sonja Brückner gemeinsam mit Ingo Janzen (Regionalpfarrer für Notfallseelsorge), Martin Weber, Polizeidirektor Dirk Happe, Daniel Pilz (1. stellv. Landrat), Ernst Alexander Biedermann und Melanie Muth.

„Menschen, die innerhalb weniger Augenblicke mit Tod, Verlust oder anderen einschneidenden Erlebnissen konfrontiert werden, brauchen in diesen Situationen jemanden, der da ist, zuhört und Halt gibt. Dass sich dafür so viele Menschen ehrenamtlich qualifizieren und anschließend jederzeit für Einsätze zur Verfügung stehen, verdient großen Respekt", unterstreicht Landrat Jan-Christoph Schaberick. 
Auf ihren Dienst wurden die neuen Kräfte über einen Zeitraum von sieben Monaten intensiv vorbereitet. Im Mittelpunkt standen unter anderem Gesprächsführung und empathisches Zuhören, die richtige Balance zwi-schen Nähe und Distanz, der Umgang mit Schweigen sowie die seelsorgliche Verschwiegenheit. Auch die Ausbildung im Ennepe-Ruhr-Kreis orientiert sich an der Ausbildungsvereinbarung der Ökumenischen Konfe-renz NRW und an den bundesweiten Qualitätsstandards für die Psycho-soziale Notfallversorgung. 
„Mehrmals in der Woche werden in der Notfallseelsorge Aktive über die Leitstelle im Schwelmer Kreishaus alarmiert. Wie wichtig ihr Engagement ist, zeigt unter anderem ein Blick auf ihre Arbeit an den Einsatzstellen. Dort sind sie Ansprechpartner für Betroffene und Angehörigen und halten so Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei den Rücken für ihre Aufgaben frei", skizziert Martin Weber, Abteilungsleiter Bevölkerungsschutz der Kreisver-waltung und Kreisbrandmeister, eine wichtige Rolle der Notfallseelsorge. Als sehr erfreulich bewertet er die sehr kontinuierliche Zahl von neuen Notfall-seelsorgern. Dies habe zuletzt bei vier bis sechs pro Jahr gelegen.
 
Das Team der Notfallseelsorge im und für den Ennepe-Ruhr-Kreis ist um weitere vier Engagierte gewachsen. 

Stichwort Finanzierung der Notfallseelsorge 
Im Einvernehmen mit den Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern sowie durch einen Beschluss des Kreistages ist die Finanzierung der Notfallseel-sorge im Ennepe-Ruhr-Kreis 2025 auf breitere Füße gestellt worden. Geregelt ist diese in einer Vereinbarung mit den evangelischen Kirchen-kreisen Hagen, Hattingen-Witten und Schwelm. Hintergrund der Beteiligung des Kreises an den Kosten war neben den steigenden Einsatzzahlen insbesondere, dass die Kirchen diese nicht mehr alleine schultern konnten. 
Die hauptamtliche Leitung der Notfallseelsorge liegt in den Händen von Diakon Ernst Alexander Biedermann. Gemeinsam mit Melanie Muth von der katholischen Kirche koordiniert er die Arbeit. Zum Leitungskreis gehört zudem Regionalpfarrer Ingo Janzen. Er verantwortet insbesondere die Aus- und Fortbildung sowie die fachliche Beratung.                  Ennepe-Ruhr-Kreis