ohne
sprechen zu müssen: Seit fünf Jahren macht die App „nora"
das bundesweit und damit auch im Ennepe-Ruhr-Kreis möglich.
Anlässlich des Tages der Gehörlosen in dieser Woche weist die
Kreisverwaltung auf diesen barrierefreien, digitalen Notrufweg hin.
Prinzipiell funktioniert er wie die Notrufnummern 110 und 112.
„Für
Menschen mit Sprach- oder Hörbehinderung war es lange Zeit kaum
denkbar, einen möglicherweise lebensrettenden Notruf abzusetzen.
Hilfe anfordern zu können, war quasi davon abhängig, hören und
sprechen zu können. Mit ´nora´, der offiziellen Notruf App der
Bundesländer, hat sich dies 2021 erfreulicherweise entscheidend
verändert", macht Martin Weber, Abteilungsleiter
Bevölkerungsschutz der Kreisverwaltung, deutlich. Als
Zielgruppe hat das kostenlose Angebot zwar vor allem Menschen mit
Sprach- oder Hörbehinderungen im Blick, profitieren können von ihr
aber auch alle anderen, die einen Notruf lautlos absetzen wollen oder
– beispiels-weise in einer Bedrohungslage – sogar absetzen müssen.
Wer im Ernstfall auf „nora“ setzen möchte, sollte die App
zeitnah mit Mobilfunknummer und Namen auf seinem Handy registrieren.
Zusätzlich können persön-liche Daten wie Alter, Geschlecht,
Vorer-krankungen und Behinderungen hinterlegt werden. Übermittelt
werden sie an die Leit-stelle nur im Fall eines Notrufs.
Wird
über „nora" ein Hilferuf gestartet, so ermittelt die App
automatisch den Notfall-Ort und sorgt für eine Verbindung zur
örtlich zuständigen Leitstelle. Die weiteren Informationen zur
konkreten Situation werden über den Bildschirm laut- und textlos
abgefragt. Dabei helfen Symbole, Texte in leichter Sprache und die
sich quasi selbsterklärende Nutzerführung. „Sind
alle Fragen beantwortet, können die Disponenten der Leitstelle die
erforderlichen Einsatzkräfte auf den Weg schicken. Zusätzlich ist
es ihnen über eine Chatfunktion aber auch noch möglich, sprachlos
weitere Informationen abzufragen und auszutauschen. Auch das ein
klarer Pluspunkt, insbesondere für Personen mit Hör- und
Sprachbehinderung", so Weber. Für alle Notrufe, die per
Gespräch abgesetzt werden können, betont er ausdrücklich: Hier
bleiben die Notrufnummern 112 für Feuerwehr und Rettungsdienst sowie
110 für die Polizei die wichtigsten Wege.
Weitere
Informationen über die App sowie Anleitungen auch in leichter
Sprache und in Gebärdensprache finden Interessierte online unter
www.nora-notruf.de.
Stichwort
Notruf-App
Die
Einführung einer bundesweit einheitlichen Notruf-App war 2019 von
der Innenministerkonferenz beschlossen worden. Danach hatte das
Innen-ministerium in Nordrhein-Westfalen das Projekt federführend
übernommen. Seit nunmehr fünf Jahren ist „nora"
in den Appstores verfügbar und kann auch im Ennepe-Ruhr-Kreis
genutzt werden.
Bundesweit
können nach Angaben des NRW Innenministeriums fast alle 300
Leitstellen „nora" Notrufe empfangen und den
Hilfebedürftigen schnelle Unterstützung zukommen lassen. Etwa
40.000 Notrufe wurden seit dem Start beantwortet, rund 700.000
Menschen haben sich bislang für das Nutzen der App registriert. Sie
alle profitieren von der Möglichkeit in einem Demo-Modus den Ablauf
ohne echten Notruf auszuprobieren. Ennepe-Ruhr-Kreis


