Donnerstag, 26. Oktober 2017

Verschönerungsverein schlägt Alarm, Kastanienernte fällt bedenklich schlecht aus - Zusätzlicher Abgabetermin am kommenden Samstag

Mit Tragetaschen, Plastiktüten, Schuhkartons und Klappboxen kamen an den vergangenen drei Samstagen bereits eifrige Kastanien-sammler zum Neuen Forsthaus, um dort ihre Ausbeute der rotbraunen Frucht dem Verschönerungsverein Gevelsberg (vvg) als Winterfutter für das Damwild zu übergeben
Eine herbstliche Aktion, die seit 1956 Tradition hat und dem Verein dabei hilft, seine Kosten für das Winterfutter der Tiere in Grenzen zu halten.

Miniermotte - der Feind der Kastanien
Doch wie im Vorfeld befürchtet, fiel bis dato die Kastanienernte bedenklich schlecht aus. Die abgegebene Menge ist weitaus geringer als in den Jahren zuvor. Auch wenn einige treue Sammlerfamilien ihre Kastanien sogar aus dem Urlaub mitbrachten. „Im Vergleich zu den letzten Jahren ist es dennoch deutlich weniger. Die Kastanien sind zum einen kleiner und sie sind zudem auch noch früher gefallen“, berichtete Wildgatterbetreuer Dirk Huckenbeck. Was in erster Linie damit zusammenhängt, dass in den nordrhein-westfälischen Wäldern die Bäume stark von der Miniermotte befallen sind
Der Schädling, der ursprünglich aus Südosteuropa stammt, ist seit rund 15 Jahren in NRW aktiv. Die Bäume sterben zwar nicht sofort ab, werden allerdings durch den Befall der Miniermotte geschwächt. Und bei einem jährlich wiederkehrenden Befall, kann die Kastanie am Ende eingehen. Die Larven der Miniermotte sind mit bloßen Auge nicht zu erkennen. Sie fressen das Innere eines Blattes auf, wodurch es dann mit der Zeit abfällt. Bislang gibt es gegen diesen Schädling kein zugelassenes Insektizid. „Um den Befall für den kommenden Winter zu verhindern, müsste das ganze Laub gesammelt und verbrannt werden, da die Motte nämlich in diesem überwintert“, erklärte der Wildgatterbetreuer. 
Immer im Herbst, wenn die Kastanien fallen, ruft der Verschönerungsverein Gevelsberg zur Kastaniensammlung auf. Die rotbraune Frucht ist vor allem im Winter ein wichtiges Nahrungsmittel.für das heimische Damwild. 

Zusätzlicher Abgabetermin soll Ertrag steigern 
Gemeinsam mit seinen Helfern hofft er nun, dass ein vom Verschönerungsverein zusätzlich anberaumter Termin zur Abgabe von Kastanien, die bisherige Menge noch zu steigern. Es besteht daher also noch die Möglichkeit, am kommenden Samstag den 28. Oktober 2017, in der Zeit von 10:00 – 13:00 Uhr sein Sammelgut der rotbraunen Frucht am Neuen Forsthaus (Kirchwinkelstraße 65) abzugeben. Denn nur mit einem großen Vorrat an Kastanien (alternativ werden auch Eicheln, Äpfel und Rüben verfüttert) hat das Damwild im kommenden Winter genug zu fressen.  André Sicks 

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