Freitag, 14. Juli 2017

Mehrsprachigkeit ist wie eine Tüte Colorado, die nur geöffnet werden muss

 
Mehrsprachigkeit ist und sollte heutzutage eine der wohl wichtigsten Ausgangsbedingung des Handels innerhalb von Schulen sein. Denn die Klassenbilder bestehen nicht mehr nur aus deutschsprachigen Kindern, sie sind multikultureller geworden.
Von daher spielt vor allem die Vermittlung von Deutsch als Zweit- und Bildungssprache eine wichtige Rolle. Doch auch alle anderen Sprachen, die die Kinder mitbringen, sind eine Ressource, die für das Lernen genutzt werden kann. Und genau darum ging es am 11. Juli, im Bürgerhaus Alte Johanneskirche, bei der Auftaktveranstaltung für das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte MIKS-Konzept in NRW. 

MIKS steht für Mehrsprachigkeit als Handlungsfeld interkultureller Schulentwicklung und wurde im Rahmen des gleichnamigen Projektes unter der Leitung von Prof. Dr, Sara Fürstenau und Dr. Katrin Huxel an der Universität Münster entwickelt und in drei Grundschulen erprobt und an der Universität Hamburg fortgeführt.
Die Landesweite Koordinierungsstelle Kommunale Integrationszentren, kurz LaKi genannt, koordiniert das Projekt und möchte damit in Nordrhein-Westfalen Grundschulen unterstützen, die Vielfalt von Sprachen zu nutzen und ein umfassendes Konzept sprachlicher Bildung zu entwickeln. Und damit dies gelingt schult seit kurzem ein Team der Universität Hamburg, die bis 2019 an dieses Projekt angebunden ist, 15 sogenannte Multiplikatoren aus verschiedenen Kommunalen Integrationszentren, die das MIKS-Konzept an 20 Grundschulen umzusetzen sollen. „Insgesamt bekundeten sogar 25 KIs ihr Interesse an diesem Projekt“, sagte die Gastgeberin und zugleich stellvertretende Bürgermeisterin der Stadt Gevelsberg Annette Bußmann zu Beginn der Veranstaltung. Bei ihr laufen im LaKi alle Fäden zusammen: Im Rahmen ihrer Aufgaben unterstützt sie die Umsetzung der Multiplikatorenschulung, koordiniert den Abstimmungsprozess zwischen allen Beteiligten, informiert die Universität Hamburg bezüglich aller organisatorischen Fragen, ermöglicht den Austausch der Teilnehmer untereinander und den daraus resultierenden Transfer in den Verbund der KI. 
Zur Auftaktveranstaltung von MIKS im Bürgerhaus Alte Johanneskirche in Gevelsberg begrüßte Annette Bussmann neben der Universität Hamburg mit Dr. Katrin Huxel auch Vertreter von 15 Kommunalen Integrationszentren sowie 20 Schulen aus ganz NRW.
Die Auftaktveranstaltung war nicht nur ein Kennenlernen der Multiplikatoren sowie der beteiligten Grundschulen; es war in erster Linie die Möglichkeit sich eingehend über das Projekt von Dr. Katrin Huxel informieren zu lassen und um Heidi Sumann (Rektorin der Victoriaschule Lünen, wo das MIKS-Konzept bereits umgesetzt wurde) zu hören, die einen spannenden Erfahrungsbericht vorstellte. Man könnte auch sagen, den Teilnehmern wurde das Gelbe vom Ei serviert, was in der Regel ja am schmackhaftesten ist. Wozu dann auch der Erhalt eines Starterpaketes gehörte, was den Pädagogen die Arbeit ein wenig erleichtern soll

Abschließend stellte man sich die Frage: „Wo wollen wir Anfang 2019 stehen?“ Und hier brachte es Andreas Hofmann (KI Hochsauerlandkreis) im Rahmen einer Talkrunde treffsicher auf den Punkt. Er sagte nämlich: „Mehrsprachigkeit ist wie eine Tüte Colorado von Haribo. Für jeden ist etwas darin. Man muss sie nur öffnen um zu zeigen, wenn Kinderangeregt werden, ihre Familiensprache in den Unterricht einzubringen, ist es für uns alle am Ende eine echte Bereicherung.  André Sicks

BILDERGALERIE
(Die Bilder unterliegen einem Urheberrecht)


Gespannt lauschten die Teilnehmer der Auftaktveranstaltung den Vorträgen von Dr. Katrin Huxel (links) von der Universität Hamburg und Heidi Sumann. An ihrer Schule wird das MIKS-Projekt bereits erfolgreich angewendet und trägt entsprechende Früchte.


Annette Bussmann überreichte den beteiligten Schulen und Multiplikatoren jeweils ein Starterpaket für ihre bevorstehende Arbeit. Darin enthalten waren nicht nur zahlreichen Informationen sondern auch einige Bücher, die dabei helfen, die Mehrsprachigkeit der Kinder als Ressource zu nutzen.

In einer abschließenden Talkrunde diskutierten Andreas Hofmann (KI Hochsauerlandkreis), Verena Backer von der Grundschule Moosfelde in Arnsberg, Dr. Katrin Huxel, Katja Osterhoff (KI Kreis Herford und Annette Bussmann (vlnr) die Frage: "Wo wollen wir  Anfang 2019 stehen?". Andreas Hofmann brachte es dabei auf den Punkt. Er verglich das MIKS-Projekt einfach mal mit einer Tüte Haribo Colorado, in der für jeden etwas steckt. "Man muss sie nur öffnen um zu zeigen, wenn Kinder angeregt werden ihre Familiensprache in den Unterricht einzubringen, ist es für uns alle eine echte Bereicherung.“  

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