Donnerstag, 15. Januar 2026

Königlicher Besuch im Rathaus

Schutz, Förderung, Beteiligung –
auf diesen drei Säulen beruht die Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen. Seit 36 Jahren besagt sie, dass auch Kinder Grundrechte haben, die weltweit gelten. Und genau hierfür setzt sich die Aktion Dreikönigssingen ein. In diesem Jahr stand sie unter dem Motto „Schule statt Fabrik – Sternsingen gegen Kinderarbeit“. 
Um dieses hochaktuelle Thema noch stärker in die Öffentlichkeit zu tragen, richtete das Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ sein Hauptaugenmerk diesmal auf den südasiatischen Staat Bangladesch. Etwa ein Drittel der 167 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner lebt dort in Armut. Um zum Familienunterhalt beizutragen, brechen viele Kinder die Grund-schule ab und gehen arbeiten. Trotz Fortschritten im Kampf gegen Kinder-arbeit müssen dort noch rund 1,8 Millionen Kinder und Jugendliche arbeiten – 1,1 Millionen sogar unter besonders gesundheitsschädlichen und ausbeuterischen Bedingungen. Sternsinger-Partnerorganisationen, wie die Abdur Rashid Khan Thakur Foundation (ARKTF) oder die Caritas Bangladesch, setzen sich seit Jahren dafür ein, Kinder aus Arbeits-verhältnissen zu befreien und ihnen den Schulbesuch zu ermöglichen. 

Auf ihrer Reise durch die Straßen der Stadt, besuchten die Sternsinger aus Liebfrauen und St. Engelbert auch diesmal wieder das Gevelsberger Rathaus. Ermutigt von dem Gedanken, sich gegen Kinderarbeit einzusetzen – im eigenen Umfeld, beim eigenen Konsum und durch ihren Einsatz. Selbstsicher trugen sie ihre Lieder vor, erläuterten Bürgermeister Claus Jacobi das Anliegen der diesjährigen Aktion und hinterließen natürlich auch ihre Botschaft „20*C+M+B+26 – Christus segne dieses Haus!“. Man merkte den Mädchen und Jungen an, mit welch einer Freude sie sich an der wohl „weltweit größten Solidaritätsaktion von Kindern für Kinder“ beteiligten. 
Die Aktion und insbesondere auch das diesjährige Thema erinnern uns eindringlich daran, dass Bildung kein Privileg sein darf, sondern ein Grundrecht für jedes Kind ist. Es führt uns vor Augen, dass das, was für uns selbstverständlich ist – dass Kinder spielen und lernen dürfen – für Millionen von Kindern weltweit eine unerreichbare Hoffnung bleibt. Wenn Kinder arbeiten müssen, um ihre Familien zu ernähren, wird ihnen nicht nur ihre Kindheit, sondern ihre gesamte Zukunft geraubt. Bildung ist der einzige nachhaltige Schlüssel, um den Teufelskreis aus Armut und Ausbeutung zu durchbrechen. Unsere Sternsinger setzen ihre eigene Zeit und Energie ein, um auf diese Ungerechtigkeit aufmerksam zu machen und Spenden für Bildungsprojekte zu sammeln. Dieser Einsatz von Kindern für Kinder ist ein großartiges Zeichen gelebter Solidarität“, so der Bürgermeister. 
Nachdem das Stadtoberhaupt die jeweiligen Spendendosen gefüllt hatte, hob er aber auch noch einmal das Engagement der Mädchen und Jungen hervor und bedankte sich, dass sie sich die Mühe machen würden, bei diesem winterlichen Wetter durch die Straßen zu ziehen, um den ärmsten Kindern dieser Welt zu helfen. Und damit Caspar, Melchior und Balthasar auch gestärkt ihren Rückweg antreten konnten, wartete im Konferenzraum erst einmal noch etwas Süßes, heißer Kakao und kalte Getränke auf sie.                                                                                                            André Sicks