Montag, 9. März 2026

In Gevelsberg wurde der Besen geschwungen

Mit Beginn des kalendarischen Frühlings
startete in vielen Haushalten das große Reinemachen innerhalb der eigenen vier Wänden. Schränke wurden dabei von den Wänden gerückt und oftmals sogar das Sofa hervorgezogen, um darunter Staub zu wischen. Blitzt und blinkt es erst einmal, dann fühlt man sich rundum wohl Wie aber sieht es mit den heimischen Landschaften, der Natur, dem öffentliche Lebensraum aus? Möchte man sich dort nicht auch wohlfühlen? Anscheinend nicht, wenn man der Tatsache ins Auge schaut, das immer wieder Müll, leere Dosen und Verpackungen, Zigarettenkippen oder Einwegflaschen von einigen Mitmenschen achtlos ins Gebüsch geschmissen werden. Eine kleine Auswahl dessen, mit dem Mutter Natur zu kämpfen hat. 
Um auf diese Probleme hinzuweisen, findet alljährlich der „Gevelsberger Hausputz“ statt, bei dem Schulen, Kindergärten, Vereine und Organi-sationen freiwillig für mehr Sauber-keit in den Wäldern, Parkanlagen sowie an Rad- und Spazierwegen plädieren, um das Erscheinungsbild ihrer Stadt gepflegt erscheinen zu lassen. Eine Aktion, die vor über 20 Jahren von der Umweltpädagogin Annette Bußmann und dem ehemals städtischen Umweltbeauftragten Matthias Sprenger ins Leben gerufen wurde und die sich binnen kürzester Zeit zum Selbstläufer entwickelte. Man nahm damals sogar eine Vor-reiterrolle im südlichen EN-Kreis ein, die viele Nachbarstädte dazu beflügelte Ähnliches ins Leben zu rufen. 

Während Vereine und Institutionen ihren „Putztag“ am 7. März verrichteten, machten sich die örtlichen Kindergärten, Grundschulen sowie die Ferdinand-Hasenclever-Schule, die Gemeinschaftshauptschule und das Städtische Gymnasium bereits einen Tag zuvor an die Arbeit. „Wir wollen Vorbild sein, für die Leute, die hier alles dreckig machen“, appellierten die Kinder und Jugendlichen in Richtung Bürgermeister Claus Jacobi, der gemeinsam mit einigen Wahlkreisinhabern, seinem Stellvertreter Stefan Biederbick und Helge Mannott, Vorsitzender im Ausschuss für Stadtent-wicklung, Umwelt und Wirtschaftsförderung, den einzelnen Einrichtungen persönlich einen Besuch abstattete. Eine klares Statement, wie er fand, dass deutlich machte, dass wenn junge Menschen frühzeitig lernen keinerlei Müll in die Natur zu werfen und diesen umweltbewussten Gedanken zusätzlich auch noch in ihre Familien transportieren, so kann am Ende von einer erfolgreichen Präventionsarbeit gesprochen werden.
 
Im Beisein von Bürgermeister Claus Jacobi und Wahlkreisinhaberin Alba Mazzotta Tiranno startete man an der Georg-Müller-Schule mit einer musikalischen Einlage aller Schülerinnen und Schüler in den „Gevelsberger Hausputz“. 

Ausgestattet mit Müllsäcken und Handschuhen, die dankenswerterweise von den Technischen Betrieben zur Verfügung gestellt wurden, schwangen über 900 junge „Putzteufel“ rund um ihr Schul- oder Kindergartenumfeld den Besen. Binnen kürzester Zeit füllte sich dabei manch blauer Müllsack mit Unrat, so dass am Ende des Großreinemachens für die Kinder feststand: „Erwachsene sind Schweine!“ – so die wortwörtliche Formulierung eines Schülers. Zum Abschluss des großen Reinemachens gab es für die Müllsammler als kleines Dankeschön gesunde Kost in Form von Äpfeln oder Müsliriegel. Die Grundschulen erhielten zudem Freikarten für die Gevels-berger Frühkirmes am Ennepebogen, gespendet vom Schaustellersprecher Andreas Alexius.
 
Rund um das Schulzentrum West beteiligten sich die Ferdinand-Hasenclever-Schule, die Gemeinschaftshauptschule sowie das Städtische Gymnasium am „Gevelsberger Hausputz“ und staunten nicht schlecht über die Vielzahl an Müllsäcken die dabei zusammen kamen. 

Die Bereitschaft all jener, die sich aktiv am „Gevelsberger Hausputz“ beteiligen, ist zwar groß, umso trauriger ist dagegen jedoch die Tatsache, dass nach wie vor viele Menschen die Natur und den öffentlichen Lebensraum als ihren privaten Mülleimer ansehen. Auch wenn diese Saubermachaktion eine Erfolgsgeschichte aufweist, ein noch viel größerer Erfolg wäre es, wenn man eines Tages verkünden könnte, dass der „Gevelsberger Hausputz“ ab sofort nicht mehr von Nöten sei.     
André Sicks