Donnerstag, 30. Juli 2026

Neuer Stammsitz und Sprecher für die „Ritter von Hopfen und Malz

Die höchste Auszeichnung,
die die Gevelsberger Kirmesfreunde zu vergeben haben, ist es, zum Ritter von Hopfen und Malz“ geschlagen zu werden. Wer einmal den Hopfenstab auf seinen Schultern spürte, der hält die Verpflichtungen, die damit einher-gehen, in Ehren. Wozu unter anderem auch die Teilnahme an der monat-lichen Tafelrunde gehört. Sie gibt es bereits schon seit dem 3. September 1986. Ein historischer Tag im Gevelsberger Kirmesgeschehen, an dem sich jene neun edlen Herren erstmalig in der Gaststätte „Zum alten Postwagen“ trafen, die bis dato im Sudhaus der Schwelmer Brauerei in den Ritterstand erhoben wurden. Der erste dem diese Ehre zuteil kam war 1978 der damalige Hammerschmied Heinrich Fraenz. 
Nachdem sich die Schwelmer Brauerei im Januar 2010 als Kirmessponsor zurückgezogen hatte, gestalten die edlen Herren ihr feierliches Zeremoniell in Eigenregie und fanden zudem für ihre Tafelrunde einen neuen Stammsitz bei „Mausi“, dem Vereinsheim der Kirmesgruppe „Hippendorf“. „Als dort Ende März bedauerlicherweise die Türen für immer geschlossen wurden, mussten wir uns rasch um eine neue Lokalität kümmern“, erzählte Ritter-sprecher Achim Brockhaus, Keine leichte Aufgabe, da es kaum noch gastronomische Betriebe gibt, die über einen gesonderten Raum verfügen.“ Wie es der Zufall so wollte, wurde bekannt, dass Nadja und Gaylord Brunheim nach dem Tod von Hermann Glimm, dessen Gevelsberger Kult-kneipe neues Leben einhauchen wollen. „Ich habe einfach mal nach dem Saal angefragt und erhielt dann auch direkt eine Zusage.“ 

Nachdem in der Gaststätte „Im Hippendorf“ die Türen geschlossen wurden, machten sich die „Ritter von Hopfen und Malz“ auf die Suche nach einer neuen Lokalität und wurden binnen kürzester Zeit rasch fündig. Ab sofort halten sie ihre Tafelrunde „bei Glimm“ ab. 

Und genau hier kamen die „Ritter von Hopfen und Malz“ nun erstmalig zu ihrer Tafelrunde zusammen. Es war mittlerweile das 448 Treffen, bei dem 17 aller noch lebenden Ritter anwesend waren. Und es war zugleich die letzte Versammlung für Achim Brockhaus in seiner Funktion als Rittersprecher. Seit dem 26. März 2018 hatte er dieses Amt inne und kümmerte sich fortan um alles. Im Kirmesgeschehen sympathisierte der gebürtige Gevelsberger zunächst mit der Kirmesgruppe „Haufer Jungen“, „aber eines Tages kam Horst-Dieter Erdelt auf mich zu und sagte, ich müsse Geschäftsführer der Mühlenhämmer werden, und zwar sofort.“ So ist es 1981 dann auch gelaufen – für insgesamt 15 Jahre. „In der Zeit habe ich in Personalunion mehrere Jahre auch noch den 2. Vorsitzenden mitgemacht.“ 
Zudem war er zwölf Jahre lang beim Kirmesabend im Hintergrund aktiv, moderierte von 2009 bis 2025 gemeinsam mit Sascha Hilger den Kirmeszug von der Ehrentribüne am Nirgena aus und bekam 2008 den Blaukittel verliehen. Drei Jahre später wurde er dann aus dem Knappenstand entlassen und zum 34. Ritter geschlagen. Ein bewegtes Kirmesleben, über das er resümierte: „Ich bin zufrieden mit meiner Kirmeslaufbahn und glücklich, dass ich die ´Ritter von Hopfen und Malz´ als Sprecher führen konnte.“ Seine größten Herausforderungen während dieser Zeit lagen zum einen in der Verlegung des Ritterschlages von der Gaststätte „Im Hippendorf“ ins Bürgerhaus „ Alten Johanneskirche“ sowie aktuell nach der Schließung bei „Mausi“ ein anderes Lokal gefunden zu haben. „Dies ist gemeinsam gelungen und wir können bei Glimm weiter unsere Ritter-Tafelrunden abhalten.“
 
Nun sei es aber an der Zeit, das Zepter bzw, die Ordnungsglocke in jüngere Hände zu legen. Gesagt, getan und die Tafel-runde stimmte einstimmig dem Vorschlag zu, dass Ralf Gerke den Posten übernehmen soll. Seit Jahrzehnten ist der Vorsit-zende der Kirmesgruppe „Bör-key“ eine feste Größe im Kirmeswesen der Stadt. Er ist ein Mann, dessen Herz ganz und gar für seine Heimatstadt schlägt. Ein Mann der wenigen Worte, jedoch stets direkt, ehr-lich, manchmal unverblümt im-mer hilfsbereit, verlässlich und mit einem klaren Wertekom-pass. 2025 in den Ritterstand erhoben, nun zum Sprecher der edlen Herren ernannt, das machte ihn schon ein wenig stolz. 
Dass mir die Tafelrunde dieses Vertrauen entgegenbringt, erfüllt mich mit großer Freude.“ Seine Ernennung zum Ritter im vergangenen Jahr war bereits eine große Ehre, als erst dritter Rittersprecher – nach Hans-Heinrich Lesker und Achim Brockhaus – nun Verantwortung übernehmen zu dürfen, sei schon etwas ganz Besonderes. Man merkte, wie bewusst es ihm war, dass er mit dieser Aufgabe in große Fußstapfen treten wird. „Mein besonderer Dank gilt Achim Brockhaus, der sich über viele Jahre mit großem Engagement für die Gemeinschaft eingesetzt hat. Ich freue mich darauf, gemeinsam mit meinen Ritterbrüdern die Tradition der ´Ritter von Hopfen und Malz‘ fortzuführen“, sagte er abschließend und hob sein „kühles Blondes“, um mit der Tafelrunde anzustoßen.                              André Sicks