die die Gevelsberger Kirmesfreunde
zu
vergeben haben, ist es, zum „Ritter
von Hopfen und Malz“
geschlagen zu werden. Wer
einmal den Hopfenstab auf seinen Schultern spürte, der hält die
Verpflichtungen, die damit einher-gehen, in Ehren. Wozu unter anderem
auch die Teilnahme an der monat-lichen Tafelrunde gehört. Sie gibt es
bereits schon seit dem 3. September 1986. Ein historischer Tag im
Gevelsberger Kirmesgeschehen, an dem sich jene neun edlen Herren
erstmalig in der Gaststätte „Zum alten Postwagen“ trafen, die
bis dato im
Sudhaus der Schwelmer Brauerei in den Ritterstand erhoben wurden. Der
erste dem diese Ehre zuteil kam war 1978 der damalige
Hammerschmied Heinrich
Fraenz.
Nachdem
sich die Schwelmer Brauerei im Januar 2010 als Kirmessponsor
zurückgezogen hatte, gestalten die edlen Herren ihr feierliches
Zeremoniell in Eigenregie und fanden zudem für ihre Tafelrunde einen
neuen Stammsitz bei „Mausi“, dem Vereinsheim der Kirmesgruppe
„Hippendorf“. „Als dort Ende März bedauerlicherweise die
Türen für immer geschlossen wurden, mussten wir uns rasch um eine
neue Lokalität kümmern“, erzählte Ritter-sprecher Achim
Brockhaus, Keine leichte Aufgabe, da es kaum noch gastronomische
Betriebe gibt, die über einen gesonderten Raum verfügen.“ Wie es
der Zufall so wollte, wurde bekannt, dass Nadja und Gaylord Brunheim
nach dem Tod von Hermann Glimm, dessen Gevelsberger Kult-kneipe neues
Leben einhauchen wollen. „Ich habe einfach mal nach dem Saal
angefragt und erhielt dann auch direkt eine Zusage.“
Nachdem
in der Gaststätte „Im Hippendorf“ die Türen geschlossen wurden,
machten sich die „Ritter von Hopfen und Malz“ auf die Suche nach
einer neuen Lokalität und wurden binnen kürzester Zeit rasch
fündig. Ab sofort halten sie ihre Tafelrunde „bei Glimm“ ab.
Und
genau hier kamen die „Ritter von Hopfen und Malz“ nun erstmalig
zu ihrer Tafelrunde zusammen. Es war mittlerweile das 448
Treffen,
bei dem 17 aller noch lebenden Ritter anwesend waren. Und es war
zugleich die letzte Versammlung für Achim Brockhaus in seiner
Funktion als Rittersprecher. Seit dem 26. März 2018 hatte er dieses
Amt inne und kümmerte sich fortan um alles. Im Kirmesgeschehen
sympathisierte der gebürtige Gevelsberger zunächst mit der
Kirmesgruppe „Haufer Jungen“, „aber eines Tages kam
Horst-Dieter Erdelt auf mich zu und sagte, ich müsse Geschäftsführer
der Mühlenhämmer
werden,
und zwar sofort.“ So ist es 1981 dann auch gelaufen – für
insgesamt 15 Jahre. „In
der Zeit habe ich in Personalunion mehrere Jahre auch noch den 2.
Vorsitzenden mitgemacht.“
Zudem
war
er
zwölf
Jahre lang beim Kirmesabend im Hintergrund aktiv, moderierte von 2009
bis 2025 gemeinsam mit Sascha Hilger den Kirmeszug von der
Ehrentribüne am Nirgena aus und bekam 2008 den Blaukittel verliehen.
Drei Jahre später wurde er dann aus dem Knappenstand entlassen und
zum 34. Ritter geschlagen. Ein bewegtes Kirmesleben, über das er
resümierte: „Ich bin zufrieden mit meiner Kirmeslaufbahn und
glücklich, dass ich die ´Ritter von Hopfen und Malz´ als Sprecher
führen konnte.“ Seine größten Herausforderungen während dieser
Zeit lagen zum einen in der Verlegung des Ritterschlages von der
Gaststätte „Im Hippendorf“ ins Bürgerhaus „ Alten
Johanneskirche“ sowie aktuell nach der Schließung bei „Mausi“
ein anderes Lokal gefunden zu haben. „Dies ist gemeinsam gelungen
und wir können bei Glimm weiter unsere Ritter-Tafelrunden abhalten.“
Nun
sei es aber an der Zeit, das Zepter bzw, die Ordnungsglocke in
jüngere Hände zu legen. Gesagt, getan und die Tafel-runde stimmte
einstimmig dem Vorschlag zu, dass Ralf Gerke den Posten übernehmen
soll. Seit Jahrzehnten ist der Vorsit-zende der Kirmesgruppe „Bör-key“
eine feste Größe im Kirmeswesen der Stadt. Er ist ein Mann, dessen
Herz ganz und gar für seine Heimatstadt schlägt. Ein Mann der
wenigen Worte, jedoch stets direkt, ehr-lich, manchmal unverblümt
im-mer hilfsbereit, verlässlich und mit einem klaren Wertekom-pass. 2025
in den Ritterstand erhoben, nun zum Sprecher der edlen Herren
ernannt, das machte ihn schon ein wenig stolz.
„Dass
mir die Tafelrunde dieses Vertrauen entgegenbringt, erfüllt mich mit
großer Freude.“ Seine Ernennung zum Ritter im vergangenen Jahr war
bereits eine große Ehre, als erst dritter Rittersprecher – nach
Hans-Heinrich Lesker und Achim Brockhaus – nun Verantwortung
übernehmen zu dürfen, sei schon etwas ganz Besonderes. Man merkte,
wie bewusst es ihm war, dass er mit dieser Aufgabe in große
Fußstapfen treten wird. „Mein besonderer Dank gilt Achim
Brockhaus, der sich über viele Jahre mit großem Engagement für die
Gemeinschaft eingesetzt hat. Ich freue mich darauf, gemeinsam mit
meinen Ritterbrüdern die Tradition der ´Ritter von Hopfen und Malz‘
fortzuführen“, sagte er abschließend und hob sein „kühles
Blondes“, um mit der Tafelrunde anzustoßen. André Sicks

